Arbeitskreis Wasserpflanzen e.V. – Regionalgruppe Bayern-Süd






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22. April 2017



VDA-Verbandstag und -Bundeskongress in Dachau und Jubiläum „20 Jahre Regionalgruppe Bayern Süd im Arbeitskreis Wasserpflanzen“

von Stephan Mitschik

Kongress am Samstag und Sonntag – die Höhepunkte

Nun ist er schon wieder Geschichte, der Verbandstag und Bundeskongress des VDA, der vom 21. bis 23. April in Dachau im Ludwig-Thoma-Haus stattgefunden hat. Es war eine tolle, mit reichhaltigem Programm und einigen Überraschungen gespickte Veranstaltung. Natürlich trugen auch die zahlreichen Gäste aus nah und fern zu dem Erfolg bei. Dies zeigte sich besonders zu Beginn des Kongresses am Samstag-Vormittag an dem fast bis auf den letzten Platz gefüllten Hermann-Stockmann-Saal im Ludwig-Thoma-Haus.

Ehrungen

Traditionell begann die Veranstaltung vor knapp 200 begeisterten Vivarianern mit den Ehrungen verdienter langjähriger Verbandsmitglieder. Aus Sicht des Arbeitskreises Wasserpflanzen ist hier natürlich die Ehrung von Claus-Dieter Junge, unserem Regionalgruppenleiter zu nennen, der sich seit nunmehr 20 Jahren um die Belange des Arbeitskreises verdient gemacht hat. Herzlichen Glückwunsch dazu! Zu guter Letzt gab es noch eine Überraschung für zumindest die meisten Anwesenden im Saal: Josef Lochner wurde von den Ausrichtern dieser Vivaristik-Tage, den Aquarienfreunden Dachau/Karlsfeld (AFDK), zu ihrem Ehrenvorsitzenden gekürt! Besser konnte ein Kongress wirklich nicht starten!

Vorträge

Und das war erst der Anfang! Die auf die Ehrungen folgenden Vorträge renommierter Referenten wie Hans Georg Evers, Dr. Helmut Wedekind oder Robert Guggenbühl fanden bei den Anwesenden großen Anklang. Auch die Jugend kam zu Wort, Die Kaufbeurer Jugendgruppe präsentierte in einem eigenen Vortrag ihre diversen Aktivitäten.

Wer zwischen den Vorträgen eine Abwechslung brauchte, oder einfach die Augen ausruhen wollte, konnte im Foyer des Ludwig-Thoma-Hauses die von den Aquarienfreunden Dachau/Karlsfeld aufgebaute Aquarienausstellung mit über 40 toll eingerichteten Aquarien besichtigen, und sicherlich auch die ein oder andere Einrichtungsidee für das nächste Becken aufschnappen!

Jubiläumsvortrag für „20 Jahre Regionalgruppe Bayern-Süd im Arbeitskreis Wasserpflanzen“: Echinodorus-Sorten und andere Aquarienpflanzen als exklusiver und solitärer Blickfang im Garten von Jens Helemann

Zu Beginn des Kongresses hielt Jens Helemann den Jubiläumsvortrag des Arbeitskreises Wasserpflanzen zu diesem sehr interessanten Thema. Er zeigte, wie vielfältig die Möglichkeiten an Kombinationen von Zierpflanzen wie Geranien oder Petunien, aber auch Efeu und verschiedenste Gräser mit emers gezogenen Wasserpflanzen sind. Dem Ideenreichtum sind dabei (fast) keine Grenzen gesetzt. Ob alte Mörtelwannen, Dachrinnen oder ehemalige Küchenspülen: beinahe alles lässt sich in ein Behältnis für Wasserpflanzen verwandeln, und es spielt dabei keine Rolle, ob die Behältnisse waagrecht oder schräg angeordnet sind. Mit den entsprechenden Pflanzen lassen sich auch wunderbare Kaskaden erzeugen, die sich perfekt als Blickfang im Garten eignen. Und die sprießenden Triebe der Wasserpflanzen kann man auch wieder gut in ein Aquarium eingliedern, somit gibt es auch keinen Pflanzen“verlust“.

Auch farblich sind solche Arrangements ein Gewinn für jeden Garten: die Kombination von den unterschiedlichsten Grün-, Rot- und Brauntönen, stark gefiederten Blättern oder welchen mit großer Blattspreite – und als Dekoration die handelsüblichen Gartenpflanzen – die Vielfalt an Möglichkeiten hat so manchen Zuschauer dieser Präsentation sicherlich verblüfft. Kein Wunder, dass die Jugendgruppe aus Falkenberg sichtlich mit Freude und Elan an diesen Projekten arbeitet. Das lässt hoffen, dass der Nachwuchs bei Natur- und Pflanzenfreunden auch in Zukunft gesichert bleibt!

Nochmals herzlichen Glückwunsch an Claus-Dieter Junge zu 20 Jahren Engagement und Einsatz für die Regionalgruppe Bayern Süd des Arbeitskreises Wasserpflanzen!



Januar 2017



Thomas Weiblen: Auf der Suche nach Cryptos und Betta macrostoma

von Stephan Mitschik

Begrüßung und Allgemeines

Zum ersten Treffen des Arbeitskreises Wasserpflanzen (AKW) im Jubiläumsjahr 2017 begrüßte Regionalgruppenleiter Claus-Dieter Junge am 21. Januar die erfreulich zahlreichen Besucher in der Gaststätte „Amperlust“ in Esting.

Er wies sogleich auf das 20-jährige Bestehen des Arbeitskreises dieses Jahr hin. Da die Ausrichtung des diesjährigen VDA- Bundeskongresses an die Aquarienfreunde Dachau/Karlsfeld (AFDK) vergeben wurde, und dieser vom 21.-23. April im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau stattfindet, wird parallel dazu auf das 20 -jährige Bestehen der Regionalgruppe Bayern-Süd des AKW hingewiesen. Eine Ausstellung von acht Aquarien der Wasserpflanzenfreunde, sowie ein Vortrag von Jens Helemann zum Thema „Echinodorus-Sorten und andere Aquarienpflanzen als exklusiver solitärer Blickfang im Garten“ im Rahmen des Kongresses lassen auf vermehrte Aufmerksamkeit des internationalen Publikums hoffen. Dazu rief Junge die Anwesenden auf, sich während des Treffens bei Interesse zur Einrichtung der zwei letzten verbliebenen Becken zu melden. Die Rechnung ging auf: am Ende des vierstündigen Treffens waren die Becken vergeben. Viel Glück an alle Einrichter, dass schöne, eingefahrene Becken für den Kongress zustande kommen!

Desweiteren ließ Claus-Dieter Junge eine Bombe platzen: er wird zum Treffen im Juli sein Amt als Regionalgruppenleiter zur Verfügung stellen! Interessenten an diesem Amt, und an dem des Kassiers, das auch vakant wird, bat er, sich bis zum 01. Juli zu melden. Bei dem Treffen im Juli wird es dann eine Kassenprüfung und, sofern sich mehr als ein Kandidat findet, die Wahl des neuen Vorsitzenden geben. Alle anderen Posten wie die Pflege der Homepage und der Schriftführer bleiben unverändert.

Vortrag von Thomas Weiblen aus Stuttgart

Nach diesen allgemeinen Punkten kam der Referent des Treffens, Thomas Weiblen, zu Wort. Er ging 2015 sich zusammen mit einem Freund auf eine fast dreiwöchige Reise auf den malaysischen Teil der Insel Borneo. Ziel der Reise war die Erkundung von Biotopen in den dortigen Nationalparks, um die Flora und Fauna zu untersuchen. Die entsprechende Wunschliste wurde bereits in Deutschland geschrieben und war entsprechend lang. 25 Cryptocorynen-Fundorte und drei Bucephalandra-Fundorte konnten die verrückten Pflanzenfreunde ausfindig machen. Dazu kamen noch zahlreiche Lebensräume für Halbschnäbler, Süßwassernadeln oder Barben. Diese waren in dieser Zeit des Jahres allerdings nicht so einfach oder  nur mit ausgeklügelten Tricks des Führers ausfindig zu machen, denn es war Trockenzeit, und die sonst gut gefüllten Bäche und Flüsse nur Rinnsale. So mussten für den Fang mancher Fische spezielle Angeln gebastelt oder tiefe Löcher in den Waldboden gegraben werden, um an die in den Wasserlöchern unterhalb lebenden Fische herankommen zu können. Barben und Halbschnäbler waren dort am häufigsten anzutreffen.

Doch es gab nicht nur positive Erlebnisse. Auf der zweiwöchigen Rundreise kam Weibling auch an Orten vorbei, die er bereits im Jahr 2013 besucht hatte, und wurde des Öfteren enttäuscht: wo damals noch Wald mit üppiger Vegetation und reicher Fauna war, wurden jetzt Palmen zur Gewinnung von Palmöl angebaut oder es wurden große Siedlungen errichtet, die allerdings Geisterstädten gleichen. Auch der extensive Anbau von Soja und Mais stellen eine große Gefahr für die dortigen Ökosysteme dar. Wurden die Primärwälder Borneos bereits von den Japanern stark dezimiert, geht es jetzt der Sekundärvegetation verstärkt an den Kragen.

Deshalb waren das Auffinden von Orten mit wilder und noch ungestörter Vegetation mit zum Teil zehntausenden Pflanzen Momente des Glücks. Hier konnten sie auch ohne schlechtes Gewissen die eine oder andere Pflanze mitnehmen.

An den letzten drei Tagen kam noch ein weiterer Führer hinzu, Lim, der die Suche nach Betta macrostoma am Ende der Reise noch zu einem Erfolg führen sollte. Und tatsächlich: am vorletzten Tag gelang es der Gruppe, Betta taeniata ausfindig zu machen, und so konnten 20 Exemplare gefangen werden, die auch erfolgreich nach Deutschland überführt werden konnten!

Diese Reise war eine sehr erfolgreiche Expedition in das Reich der Cryptocorynen!

Versteigerung und Pflanzenlotto

Nach diesem sehr interessanten und informativen Vortrag und einer kurzen Verschnaufpause ging es noch traditionell weiter mit dem Pflanzenlotto. Zuvor gab es jedoch noch eine Versteigerung einer Echinodorus horemanii schwarz. Bei einem Anfangsgebot von einem Euro schafften es zwei besonders Interessierte, den Preis bis auf 25 € hinaufzutreiben. Dann hieß es nur noch: Herzlichen Glückwunsch dem Gewinner! Das folgende Pflanzenlotto war wieder sehr unterhaltsam und vor allem durch eine Vielzahl an Pflanzenspenden sehr attraktiv. Vielen Dank dafür!



Oktober 2016



Schwarzwasser-Cryptocorynen im fließenden Wasser

von Walter Mißbichler

Ein Cryptocorynenfreund aus der Regionalgruppe bringt uns diese ungewöhnliche, bis vor wenigen Jahren noch undenkbare Haltungsform näher.

Als erstes Berichtete er uns über seine emersen Versuche mit unterschiedlichen Cryptocorynen und unterschiedlichen Kulturformen und Substraten. In ganz normalen Gittertöpfen kultivierte er zuerst C. griffithii in einer Substratmischung aus vier verschiedenen Substraten zusammengesetzt. Kies, Torf, Lehm und Blumenerde wurden zusammengemischt und die Cryptocorynen darin eingesetzt. In diesem Substrat war es auch schon möglich binnen einem halben Jahr die ersten Blüten zu sehen. Als Nachteil erwies sich aber die Blumenerde, weil diese zu viele Nährstoffe beinhaltet und die Cryptocorynen durch Überdüngung langfristig schädigt und schließlich zum Absterben bringt.

Der nächste Versuch mit C. minima aus Sumatra wurde in saurer Buchenlauberde als alleiniges Substrat durchgeführt. Der Erfolg war schon nach kurzer Zeit sichtbar mit wunderschönen Blüten in leuchtend gelb. In diesem Substrat wurden dann viele Arten (ca. 30!) erfolgreich emers kultiviert. Als Beispiel wurde C. bullosa gezeigt.

Doch nach vielen Jahren ist ein Pilz in den Kulturen aufgetreten, der alle Pflanzen und Töpfe zunehmend überzogen hat und durch chemische Mittel nicht nachhaltig zu bekämpfen war. Weil der Pilz das Wachstum der Pflanzen behinderte reifte der Gedanke die Cryptocorynen in fließendes Wasser zu setzen, wo der Pilz dann von selbst verschwunden ist.

In der derzeitigen Kultur werden 2 Aquarien mit je 350 Liter Volumen verwendet. Der Wasserstand beträgt 24 cm, was ca. 150 Liter Wasser entspricht. Das Wasser wird einer Umkehrosmose Anlage entnommen und es werden geringe Mengen Spurenelemente zugesetzt.

Um fließendes Wasser zu erhalten ist eine Umwälzpumpe mit Oberflächenabsaugung installiert.

Die Cryptocorynen werden artenrein in 20 cm hohen Plastikschalen in Buchenlauberde gesetzt, wo sie anfangs mit kalkfreien Steinen beschwert werden. Die Schalen mit den Cryptocorynen stehen also ca.4 cm unter Wasser und die Blätter der Cryptocorynen liegen auf der Wasseroberfläche auf, so wie das zum Beispiel auch von Seerosen bekannt ist.

Die Strömung ist so eingestellt, dass sich die Blätter der Cryptocorynen auf der Wasseroberfläche stark bewegen, das Substrat am Boden der Schalen aber nicht aufgewirbelt wird.

Als Beleuchtung hat sich eine T8 Leuchtstoffröhre als völlig ausreichend bewiesen. Die Temperatur des Wassers ist auf 27 °C eingestellt.

Diese Kultur hat sich bisher als Perfekt erwiesen und die Cryptocorynen vermehren sich enorm und blühen. Sie werden sehr viel größer als das in emerser Kultur der Fall war. Als Fazit kann gesagt werden, dass jetzt eine optimale Kulturform gefunden wurde und man nicht einfach aufgeben soll. Hartnäckigkeit zahlt sich eben aus.

Im Weiteren wurde uns von den Gästen Mario Pohl aus Stuttgart und Claus Kettner mit Sohn aus der Schweiz noch wunderschöne Bilder von Naturfundorten und Cryptocorynen seltener Arten gezeigt. Dies war eine absolute Bereicherung zu unserem Tagesprogramm und alle waren Nachhaltig begeistert, was in den anschließenden einzelnen Gesprächen zu hören war.

Fazit: Ein gelungenes Treffen das sich in seiner Einzigartigkeit wiederspiegelt und in Worten kaum zu fassen ist. Wir freuen uns schon jetzt auf das Jahresprogramm 2017!



16. Januar 2016



Ohne Moos nix los! Diskussion und Erfahrungsaustausch

von Stephan Mitschik

Am 16. Januar 2016 begrüßte Claus-Dieter Junge rund 20 Wasserpflanzenfreunde zum ersten Treffen des Arbeitskreises Wasserpflanzen. Der Leiter der Regionalgruppe Bayern-Süd im VDA wies die in der Estinger Gaststätte „Amperlust“ Anwesenden darauf hin, dass die Regionalgruppe bereits seit 19 Jahren besteht, und somit nächstes Jahr das 20-jährige Bestehen gefeiert werden darf. Zudem bedauerte Junge, dass aufgrund von drei Absagen von bereits geplanten Referenten diese Jahr kein Flyer wie sonst gedruckt werden konnte. Nur das Programm für Oktober und das Thema des heutigen Januar-Treffens steht fest.

Mit einem Referenten aus den eigenen Reihen, Jörg Corell, als Moderator begann dann die Diskussion und der Erfahrungsaustausch zum Thema „Ohne Moos nix los. Die Verwendung von Moosen in der Aquaristik“.

Einführung: allgemeines über Moose

Zunächst stellte Jorg Corell in einem kurzen Vortrag die Welt der Moose vor. Sie gehören zu den urtümlichsten Pflanzen, die vor ca. 450 Millionen Jahren aus den Grünalgen hervorgegangen sind. Heute kennt man etwa 16 000 Arten, wobei keine natürlichen Verwandtschaftsgruppen bestehen. Sie werden in drei große Abteilungen eingeteilt: die Horn- Leber- und Laubmoose, wobei die beiden letztgenannten Gruppen in der Aquaristik Verwendung finden. Laubmoose sind mit ungefähr 10 000 Arten am häufigsten vertreten, gefolgt von den Lebermoosen mit 6 000 Arten. Die Hornmoose stellen mit 100 Arten die kleinste Gruppe dar. Das Online-Wasserpflanzen-Portal flowgrow (Aquasabi) hat mehr als 40 Moosarten aufgelistet, die für Aquarianer interessant sind.

Aufgrund ihrer feinen Verzweigungen ist die Oberfläche von Moosen sehr groß, weshalb sie Nährstoffe wie Kalium, Calcium oder Magnesium über ihre Blätter aufnehmen. Den meisten Moosarten fehlen Leitgewebe, wie sie bei den höheren Pflanzen vorkommen. Deshalb sind Moose auf feuchte beziehungsweise periodisch feuchte Umgebungen angewiesen. Gegen die Austrocknung haben sie zudem eine leichte Wachsschicht entwickelt, die das Entweichen von aufgenommenem Wasser verhindert. Zudem begünstigt die Wachsschicht die Reproduktion der Moose, da die begeißelte männliche Samenzelle zur weiblichen Samenzelle schwimmen muss. Die dominierende Vermehrung der Moose geschieht jedoch über Sporen, die sich zu einer vielzelligen Moospflanze entwickeln. Moose blühen nicht, sie bilden Sporenkapseln (Sporophyten) aus, wobei aus den Sporen über eine Zwischenstufe, dem Protonema, dann männliche und weibliche Pflanzen entstehen.

Diskussion

Die nach dieser allgemeinen Einführung über Moose stattfindende Diskussion beginnt mit einer Aufzählung der in der Aquaristik verwendeten Arten. Den Besuchern des Treffens fallen dazu zahlreiche Arten ein: Vesicularia, Fissidens-Arten, Ricchia, Stringi-Moos, Chrismas-Moos, Barbula convoluta, Monoselenium tenerum, Flame-Moos, sowie Fontinalis, das gewöhnliche Quellmoos werden genannt. Ein Teilnehmer wirft die Frage auf, ob sich Moose auch für Wabi-Kusas eignen, jener japanischen Kunst zur Verwertung von übriggebliebenen Pflanzen, die letztes Jahr an gleicher Stelle das Thema eines Treffens in Verbindung mit einem Workshop war. Die Antwort von einem Wabi-Kusa-Experten in der Runde war: ja, denn es reicht eine feuchte Umgebung, die sich mit Moos auf porösem Gestein wie Tuff gut als Mikroatmosphäre herstellen lässt.

Aquascaping

Jörg Corell als Diskussionsleiter stellt die Frage nach der Verwendung von Moosen als Element des Aquascapings in den Raum, das in der letzten Zeit sich steigender Beliebtheit erfreut. Hierzu kommen auch mehrere Vorschläge aus der Runde: Aufbinden von Moosen auf Steine oder Wurzeln mit Hilfe von Garn stellt genauso eine Möglichkeit dar, schöne Effekte zu erzielen, wie auch die Verwendung eines Drahtgeflechts. Die Wasserpflanzen-und Aquascaping-Expertin Claudia Hary verweist noch auf eine weitere Möglichkeit: Bei Moosen, die keine Wurzeln bilden, kann man diese auch auf Dekoelemente kleben. Dazu gibt es im Handel einen speziellen wasserfesten Sekundenkleber. Manche Moose, wie zum Beispiel Ricchia benötigen keine Befestigung, sondern bilden Polster oder Kugeln aus, die durch das Aquarium fluten.

Wie die Moose selbst sind auch deren Bezugsquellen heutzutage vielfältig. Über Online-Anbieter sind die Pflanzen ebenso gut zu beziehen wie direkt über den Handel eines Zoo-Fachgeschäfts.

Verwachsung von Moosen und „falsche Moose“

Hat man mehrere ähnliche Moose in einem Aquarium, kann es vorkommen, dass die Moose miteinander verwachsen. Um zu verhindern, dass man zur nächsten Börse oder zum nächsten AKW-Treffen Moosmix spec.“ mitbringen muss, empfiehlt es sich, die Moose in verschiedenen Aquarien getrennt einzupflanzen, so die Expertin Claudia Hary.

Auch „falsche Moose“ erfreuen sich in der Aquaristik als Hingucker großer Beliebtheit. Die „Mooskugel“ Cladophora aegagrophila besteht eigentlich aus zu einer Kugel geformten Fadenalgen und der Farn Lomariopsis lineata wird auch gerne als Moos klassifiziert.

Lichtbedarf

Früher galt die Faustregel 0,5 W/l als aussagekräftig für den Bedarf an Licht für Pflanzen. Aufgrund der Einführung von LEDs ist heute die Ermittlung des Lichtbedarfs nicht mehr so einfach, und es bedarf noch längerer Erprobungsphasen von unterschiedlichen Beleuchtungen, um genauere Auskünfte geben zu können. Generell lässt sich aber feststellen, dass Lebermoose viel Licht benötigen, während es zum Beispiel beim Javamoos auch recht dunkel sein darf. Die Erfahrungen der Wasserpflanzenfreunde waren diesbezüglich auch sehr verschieden.

Vermehrung und Wachstumsrate, Wuchsformen

Bestimmte Moosarten wie Javamoos neigen dazu zu wuchern und müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden. Verändern sich jedoch die Bedingungen im Wasser kann es auch zu Stagnation kommen. Das Korallenmoos Riccardia wächst am besten bei Zugabe von NO3-Dünger. Die Wuchsformen können, wie bereits weiter oben beschrieben als Polster oder flutend vorkommen, gezielt aufgebunden werden oder zwischen Steinen und Wurzeln in Spalten gesteckt wachsen.

Nach Beendigung der Diskussion bekam Diskussionsleiter Jörg Corell von Claus-Dieter Junge ein Schreibset als Dankeschön überreicht.

Pflanzenlotto

Nach der sehr angeregten und interessanten Diskussion gab es zum Abschluss noch das Pflanzenlotto, das diesmal ganz im Zeichen von Moosen stand. Die meisten dieser Pflanzen wurden von Claudia Hary gespendet, es gab aber noch einige weitere Wasserpflanzen, sowie Düngerproben und weitere nützliche Utensilien zur Wasserpflanzenpflege. Vielen Dank an Jörg Corell für die Einführung in die Welt der Moose und die Diskussionsführung!



Aqua Planta 04/2015



Inhalt

Hans-Josef Hobusch Grußworte des neu gewählten Arbeitskreis-Vorsitzenden
Bill Reichert Die Kultur der Cryptocorynen in den USA und Kanada
Claus-Peter Gering Laichkräuter
Alexander Grigorov Lagenandra jacobsenii de Wit: die Schönheit und das Ungeheuer
Reinhard Boeck Victoriahaus des Botanischen Gartens Berlin-Dahlem immer noch nicht eröffnet
Hans-Josef Hobusch Jahrestreffen 2015 des Arbeitskreises in Dessau
Reinhard Boeck Nachruf für Takashi Amano
Günter Oberjatzas Treffen der ECS 2015
Günter Oberjatzas Literaturbesprechungen
Claus Rembold Beitragszahlung für 2016
Reinhard Boeck Termine der Regionalgruppen


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