Arbeitskreis Wasserpflanzen Region Bayern-Süd






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Januar 2017

veröffentlicht in Rückblick von SMitschik am 7. Mrz. 2017

Thomas Weiblen: Auf der Suche nach Cryptos und Betta macrostoma

von Stephan Mitschik

Begrüßung und Allgemeines

Zum ersten Treffen des Arbeitskreises Wasserpflanzen (AKW) im Jubiläumsjahr 2017 begrüßte Regionalgruppenleiter Claus-Dieter Junge am 21. Januar die erfreulich zahlreichen Besucher in der Gaststätte „Amperlust“ in Esting.

Er wies sogleich auf das 20-jährige Bestehen des Arbeitskreises diese Jahr hin. Da die Ausrichtung des diesjährigen VDA-, Bundeskongresses an die Aquarienfreunde Dachau/Karlsfeld (AFDK) vergeben wurde, und dieser vom 21.-23. April im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau stattfindet, wird parallel dazu auf das 20 -jährige Bestehen der Regionalgruppe Bayern-Süd des AKW hingewiesen. Eine Ausstellung von acht Aquarien der Wasserpflanzenfreunde, sowie ein Vortrag von Jens Helemann zum Thema „Echinodorus-Sorten und andere Aquarienpflanzen als exklusiver solitärer Blickfang im Garten“ im Rahmen des Kongresses lassen auf vermehrte Aufmerksamkeit des internationalen Publikums hoffen. Dazu rief Junge die Anwesenden auf, sich während des Treffens bei Interesse zur Einrichtung der zwei letzten verbliebenen Becken zu melden. Die Rechnung ging auf: am Ende des vierstündigen Treffens waren die Becken vergeben. Viel Glück an alle Einrichter, dass schöne, eingefahrene Becken für den Kongress zustande kommen!

Desweiteren ließ Claus-Dieter Junge eine Bombe platzen: er wird zum Treffen im Juli sein Amt als Regionalgruppenleiter zur Verfügung stellen! Interessenten an diesem Amt, und an dem des Kassiers, das auch vakant wird, bat er, sich bis zum 01. Juli zu melden. Bei dem Treffen im Juli wird es dann eine Kassenprüfung und, sofern sich mehr als ein Kandidat findet, die Wahl des neuen Vorsitzenden geben. Alle anderen Posten wie die Pflege der Homepage und der Schriftführer bleiben unverändert.

Vortrag von Thomas Weiblen aus Stuttgart

Nach diesen allgemeinen Punkten kam der Referent des Treffens, Thomas Weiblen, zu Wort. Er ging 2015 sich zusammen mit einem Freund auf eine fast dreiwöchige Reise auf den malaysischen Teil der Insel Borneo. Ziel der Reise war die Erkundung von Biotopen in den dortigen Nationalparks, um die Flora und Fauna zu untersuchen. Die entsprechende Wunschliste wurde bereits in Deutschland geschrieben und war entsprechend lang. 25 Cryptocorynen-Fundorte und drei Bucephalandra-Fundorte konnten die verrückten Pflanzenfreunde ausfindig machen. Dazu kamen noch zahlreiche Lebensräume für Halbschnäbler, Süßwassernadeln oder Barben. Diese waren in dieser Zeit des Jahres allerdings nicht so einfach oder  nur mit ausgeklügelten Tricks des Führers ausfindig zu machen, denn es war Trockenzeit, und die sonst gut gefüllten Bäche und Flüsse nur Rinnsale. So mussten für den Fang mancher Fische spezielle Angeln gebastelt oder tiefe Löcher in den Waldboden gegraben werden, um an die in den Wasserlöchern unterhalb lebenden Fische herankommen zu können. Barben und Halbschnäbler waren dort am häufigsten anzutreffen.

Doch es gab nicht nur positive Erlebnisse. Auf der zweiwöchigen Rundreise kam Weibling auch an Orten vorbei, die er bereits im Jahr 2013 besucht hatte, und wurde des Öfteren enttäuscht: wo damals noch Wald mit üppiger Vegetation und reicher Fauna war, wurden jetzt Palmen zur Gewinnung von Palmöl angebaut oder es wurden große Siedlungen errichtet, die allerdings Geisterstädten gleichen. Auch der extensive Anbau von Soja und Mais stellen eine große Gefahr für die dortigen Ökosysteme dar. Wurden die Primärwälder Borneos bereits von den Japanern stark dezimiert, geht es jetzt der Sekundärvegetation verstärkt an den Kragen.

Deshalb waren das Auffinden von Orten mit wilder und noch ungestörter Vegetation mit zum Teil zehntausenden Pflanzen Momente des Glücks. Hier konnten sie auch ohne schlechtes Gewissen die eine oder andere Pflanze mitnehmen.

An den letzten drei Tagen kam noch ein weiterer Führer hinzu, Lim, der die Suche nach Betta macrostoma am Ende der Reise noch zu einem Erfolg führen sollte. Und tatsächlich: am vorletzten Tag gelang es der Gruppe, Betta taeniata ausfindig zu machen, und so konnten 20 Exemplare gefangen werden, die auch erfolgreich nach Deutschland überführt werden konnten!

Diese Reise war eine sehr erfolgreiche Expedition in das Reich der Cryptocorynen!

Versteigerung und Pflanzenlotto

Nach diesem sehr interessanten und informativen Vortrag und einer kurzen Verschnaufpause ging es noch traditionell weiter mit dem Pflanzenlotto. Zuvor gab es jedoch noch eine Versteigerung einer Echinodorus horemanii schwarz. Bei einem Anfangsgebot von einem Euro schafften es zwei besonders Interessierte, den Preis bis auf 25 € hinaufzutreiben. Dann hieß es nur noch: Herzlichen Glückwunsch dem Gewinner! Das folgende Pflanzenlotto war wieder sehr unterhaltsam und vor allem durch eine Vielzahl an Pflanzenspenden sehr attraktiv. Vielen Dank dafür!



Oktober 2016

veröffentlicht in Rückblick von SMitschik am 20. Dez. 2016

Schwarzwasser-Cryptocorynen im fließenden Wasser

von Walter Mißbichler

Ein Cryptocorynenfreund aus der Regionalgruppe bringt uns diese ungewöhnliche, bis vor wenigen Jahren noch undenkbare Haltungsform näher.

Als erstes Berichtete er uns über seine emersen Versuche mit unterschiedlichen Cryptocorynen und unterschiedlichen Kulturformen und Substraten. In ganz normalen Gittertöpfen kultivierte er zuerst C. griffithii in einer Substratmischung aus vier verschiedenen Substraten zusammengesetzt. Kies, Torf, Lehm und Blumenerde wurden zusammengemischt und die Cryptocorynen darin eingesetzt. In diesem Substrat war es auch schon möglich binnen einem halben Jahr die ersten Blüten zu sehen. Als Nachteil erwies sich aber die Blumenerde, weil diese zu viele Nährstoffe beinhaltet und die Cryptocorynen durch Überdüngung langfristig schädigt und schließlich zum Absterben bringt.

Der nächste Versuch mit C. minima aus Sumatra wurde in saurer Buchenlauberde als alleiniges Substrat durchgeführt. Der Erfolg war schon nach kurzer Zeit sichtbar mit wunderschönen Blüten in leuchtend gelb. In diesem Substrat wurden dann viele Arten (ca. 30!) erfolgreich emers kultiviert. Als Beispiel wurde C. bullosa gezeigt.

Doch nach vielen Jahren ist ein Pilz in den Kulturen aufgetreten, der alle Pflanzen und Töpfe zunehmend überzogen hat und durch chemische Mittel nicht nachhaltig zu bekämpfen war. Weil der Pilz das Wachstum der Pflanzen behinderte reifte der Gedanke die Cryptocorynen in fließendes Wasser zu setzen, wo der Pilz dann von selbst verschwunden ist.

In der derzeitigen Kultur werden 2 Aquarien mit je 350 Liter Volumen verwendet. Der Wasserstand beträgt 24 cm, was ca. 150 Liter Wasser entspricht. Das Wasser wird einer Umkehrosmose Anlage entnommen und es werden geringe Mengen Spurenelemente zugesetzt.

Um fließendes Wasser zu erhalten ist eine Umwälzpumpe mit Oberflächenabsaugung installiert.

Die Cryptocorynen werden artenrein in 20 cm hohen Plastikschalen in Buchenlauberde gesetzt, wo sie anfangs mit kalkfreien Steinen beschwert werden. Die Schalen mit den Cryptocorynen stehen also ca.4 cm unter Wasser und die Blätter der Cryptocorynen liegen auf der Wasseroberfläche auf, so wie das zum Beispiel auch von Seerosen bekannt ist.

Die Strömung ist so eingestellt, dass sich die Blätter der Cryptocorynen auf der Wasseroberfläche stark bewegen, das Substrat am Boden der Schalen aber nicht aufgewirbelt wird.

Als Beleuchtung hat sich eine T8 Leuchtstoffröhre als völlig ausreichend bewiesen. Die Temperatur des Wassers ist auf 27 °C eingestellt.

Diese Kultur hat sich bisher als Perfekt erwiesen und die Cryptocorynen vermehren sich enorm und blühen. Sie werden sehr viel größer als das in emerser Kultur der Fall war. Als Fazit kann gesagt werden, dass jetzt eine optimale Kulturform gefunden wurde und man nicht einfach aufgeben soll. Hartnäckigkeit zahlt sich eben aus.

Im Weiteren wurde uns von den Gästen Mario Pohl aus Stuttgart und Claus Kettner mit Sohn aus der Schweiz noch wunderschöne Bilder von Naturfundorten und Cryptocorynen seltener Arten gezeigt. Dies war eine absolute Bereicherung zu unserem Tagesprogramm und alle waren Nachhaltig begeistert, was in den anschließenden einzelnen Gesprächen zu hören war.

Fazit: Ein gelungenes Treffen das sich in seiner Einzigartigkeit wiederspiegelt und in Worten kaum zu fassen ist. Wir freuen uns schon jetzt auf das Jahresprogramm 2017!



23. Juli 2016

veröffentlicht in Rückblick von TStache am 18. Aug. 2016

Begrüßung

Obwohl das Wetter eigentlich zu einem Besuch im Biergarten einlädt, fanden sich wieder 22 Wasserpflanzen-Freunde in Esting ein. Unser Regionalgrupenleiter Claus-Dieter Junge begrüßte alle und berichtete kurz über die aktuellen Themen rund um den Arbeitskreis Wasserpflanzen. Wichtigstes Thema, das 20jährige Bestehen der Regionalgruppe Bayern-Süd

20 Jahre Regionalgruppe Bayern-Süd

Kaum zu glauben, aber nächstes Jahr (2017) gibt es unsere Regionalgruppe schon seit 20 Jahren. Dies muss natürlich gefeiert werden. Claus-Dieter hat sich dazu mit dem Vorsitzenden des Bezirks 12 Joseph Lochner kurzgeschlossen, denn der veranstaltet gleichzeitig den VDA-Bundeskongress 2017 in Dachau. Wir vereinnahmen einfach den Kongress mit unserem Jubiläum und präsentieren ein paar Schaubecken sowie einen Fach-Vortrag. Also, den Termin schon einmal vormerken: 21.-23. April 2017.

Überraschungsvortrag: Wie schaut dein Becken aus?

Für das Juli-Treffen hat sich Claus-Dieter mal wieder etwas neues einfallen lassen: Er bat einfach alle Wasserpflanzen-Freunde digitale Bilder ihrer Becken mitzubringen, damit wir uns sie gemeinsam auf der Leinwand anschauen und darüber diskutieren können. Von den 22 anwesenden Mitgliedern sind 4+1 dem Aufruf gefolgt und haben Bilder bzw. Filme ihrer Aquarien gezeigt.

15 Jahre mit 780 Litern (M. Herrmann)

Als erstes schauen wir uns ein Allgäuer Salmler-Becken an, dass von Manfred schon seit 15 Jahren gepflegt wird. Als Bodengrund verwendet er einen gebrannten Blähton, der nicht so viele Lufteinschlüsse hat. Und um ein ausreichend weiches Wasser herzustellen, kommt bei Manfred ein Ionenaustauscher zum Einsatz.

Chaos in 110-Litern (T. Stache)

Was passiert, wenn man fleißig bei unserem Pflanzenlotto mitmacht und alle Gewinne daheim auch pflegen möchte, zeigt uns Thorsten Stache mit seinem 110-Liter-Becken. Auf beengtem Raum pflegt er viele verschiedene Arten. Dazu hatte er die Beleuchtung der Aquarienabdeckung von T8 auf T5-Leuchtstoffröhren umgebaut, um so für mehr Licht zu sorgen.

Ein Aquarianer und sein Garten (W. Mißbichler)

Das Wasserpflanzenfreunde nicht nur unter Wasser ihren grünen Daumen ausleben, präsentiert uns Walter Mißbichler. Er hat anstatt vieler Bilder „einfach“ schnell einen Film über seinen Garten zusammengestellt. Dreh- und Angelpunkt ist natürlich sein großer Gartenteich, den er selbst angelegt hat. Aber auch Themenbeete mit Cypripiden und Carnivoren zählen zu seinem Garten. Zum Schluss gibt uns Walter noch einen Einblick in seine (Fisch-)Zuchtanlage im Keller.

Mit Fischen wird man reich (E. Rindler)

Normalerweise rügt jeder vernünftige Aquarianer die Haltung von Fischen in Goldfisch-Gläsern. Doch im Fall von Erwin machen wir da eine Ausnahme: Sein „Becken“ ist nämlich vollständig trocken, das Wasser ist eine blaue Serviette und die Fische haben eine seltsame Zahlen-Musterung. Auflösung: zu seinem 70. Geburtstag bekam Erwin ein kleines Geldfisch-Becken. Eine tolle Idee, wie man einem Aquarianer eine Freude bereiten kann.

Spontaner Raumteiler (N. Schneider)

Das „jüngste“ Mitglied unserer Regionalgruppe – das Anmeldeformular wurde gleich unterschrieben – hat sich spontan gemeldet und möchte auch sein Becken vorstellen. Zwar sind die Bilder noch auf Nicos Handy gespeichert, aber zum Glück sind ein paar EDV-Spezialisten zur Stelle. Nico zeigt uns seinen Raumteiler (100x40x50cm), den er vor etwa zwei Jahren aufgestellt hat. Es sticht natürlich sofort die Mini-Altenanthera-Variante ins Auge, für die Nico spezielle Pflanzgefäße verwendet, die mit Saugnäpfen innen an der Scheibe befestigt sind.

Pflanzenlotto

Nach den vielen Bildern und Diskussionen ist natürlich jeder auf das Pflanzenlotto gespannt. Zuvor versteigert Claus-Dieter aber noch ein paar besonders schöne emerse Exemplare von Cryptochoryne longicauda. Im Anschluss werden rund 40 Pflanzentüten sowie aquaristische Produkte verlost. Den Autor erreichte eine Barclaya longifolia und eine Schismatoglottis prietoi, die von Christel Kasselmann in der aktuellen Aqua-Planta beschrieben wurde. Ich bin gespannt, wie sich beide Exemplare in meinem Becken entwickelt.



16. Januar 2016

veröffentlicht in Rückblick von SMitschik am 7. Feb. 2016

Ohne Moos nix los! Diskussion und Erfahrungsaustausch

von Stephan Mitschik

Am 16. Januar 2016 begrüßte Claus-Dieter Junge rund 20 Wasserpflanzenfreunde zum ersten Treffen des Arbeitskreises Wasserpflanzen. Der Leiter der Regionalgruppe Bayern-Süd im VDA wies die in der Estinger Gaststätte „Amperlust“ Anwesenden darauf hin, dass die Regionalgruppe bereits seit 19 Jahren besteht, und somit nächstes Jahr das 20-jährige Bestehen gefeiert werden darf. Zudem bedauerte Junge, dass aufgrund von drei Absagen von bereits geplanten Referenten diese Jahr kein Flyer wie sonst gedruckt werden konnte. Nur das Programm für Oktober und das Thema des heutigen Januar-Treffens steht fest.

Mit einem Referenten aus den eigenen Reihen, Jörg Corell, als Moderator begann dann die Diskussion und der Erfahrungsaustausch zum Thema „Ohne Moos nix los. Die Verwendung von Moosen in der Aquaristik“.

Einführung: allgemeines über Moose

Zunächst stellte Jorg Corell in einem kurzen Vortrag die Welt der Moose vor. Sie gehören zu den urtümlichsten Pflanzen, die vor ca. 450 Millionen Jahren aus den Grünalgen hervorgegangen sind. Heute kennt man etwa 16 000 Arten, wobei keine natürlichen Verwandtschaftsgruppen bestehen. Sie werden in drei große Abteilungen eingeteilt: die Horn- Leber- und Laubmoose, wobei die beiden letztgenannten Gruppen in der Aquaristik Verwendung finden. Laubmoose sind mit ungefähr 10 000 Arten am häufigsten vertreten, gefolgt von den Lebermoosen mit 6 000 Arten. Die Hornmoose stellen mit 100 Arten die kleinste Gruppe dar. Das Online-Wasserpflanzen-Portal flowgrow (Aquasabi) hat mehr als 40 Moosarten aufgelistet, die für Aquarianer interessant sind.

Aufgrund ihrer feinen Verzweigungen ist die Oberfläche von Moosen sehr groß, weshalb sie Nährstoffe wie Kalium, Calcium oder Magnesium über ihre Blätter aufnehmen. Den meisten Moosarten fehlen Leitgewebe, wie sie bei den höheren Pflanzen vorkommen. Deshalb sind Moose auf feuchte beziehungsweise periodisch feuchte Umgebungen angewiesen. Gegen die Austrocknung haben sie zudem eine leichte Wachsschicht entwickelt, die das Entweichen von aufgenommenem Wasser verhindert. Zudem begünstigt die Wachsschicht die Reproduktion der Moose, da die begeißelte männliche Samenzelle zur weiblichen Samenzelle schwimmen muss. Die dominierende Vermehrung der Moose geschieht jedoch über Sporen, die sich zu einer vielzelligen Moospflanze entwickeln. Moose blühen nicht, sie bilden Sporenkapseln (Sporophyten) aus, wobei aus den Sporen über eine Zwischenstufe, dem Protonema, dann männliche und weibliche Pflanzen entstehen.

Diskussion

Die nach dieser allgemeinen Einführung über Moose stattfindende Diskussion beginnt mit einer Aufzählung der in der Aquaristik verwendeten Arten. Den Besuchern des Treffens fallen dazu zahlreiche Arten ein: Vesicularia, Fissidens-Arten, Ricchia, Stringi-Moos, Chrismas-Moos, Barbula convoluta, Monoselenium tenerum, Flame-Moos, sowie Fontinalis, das gewöhnliche Quellmoos werden genannt. Ein Teilnehmer wirft die Frage auf, ob sich Moose auch für Wabi-Kusas eignen, jener japanischen Kunst zur Verwertung von übriggebliebenen Pflanzen, die letztes Jahr an gleicher Stelle das Thema eines Treffens in Verbindung mit einem Workshop war. Die Antwort von einem Wabi-Kusa-Experten in der Runde war: ja, denn es reicht eine feuchte Umgebung, die sich mit Moos auf porösem Gestein wie Tuff gut als Mikroatmosphäre herstellen lässt.

Aquascaping

Jörg Corell als Diskussionsleiter stellt die Frage nach der Verwendung von Moosen als Element des Aquascapings in den Raum, das in der letzten Zeit sich steigender Beliebtheit erfreut. Hierzu kommen auch mehrere Vorschläge aus der Runde: Aufbinden von Moosen auf Steine oder Wurzeln mit Hilfe von Garn stellt genauso eine Möglichkeit dar, schöne Effekte zu erzielen, wie auch die Verwendung eines Drahtgeflechts. Die Wasserpflanzen-und Aquascaping-Expertin Claudia Hary verweist noch auf eine weitere Möglichkeit: Bei Moosen, die keine Wurzeln bilden, kann man diese auch auf Dekoelemente kleben. Dazu gibt es im Handel einen speziellen wasserfesten Sekundenkleber. Manche Moose, wie zum Beispiel Ricchia benötigen keine Befestigung, sondern bilden Polster oder Kugeln aus, die durch das Aquarium fluten.

Wie die Moose selbst sind auch deren Bezugsquellen heutzutage vielfältig. Über Online-Anbieter sind die Pflanzen ebenso gut zu beziehen wie direkt über den Handel eines Zoo-Fachgeschäfts.

Verwachsung von Moosen und „falsche Moose“

Hat man mehrere ähnliche Moose in einem Aquarium, kann es vorkommen, dass die Moose miteinander verwachsen. Um zu verhindern, dass man zur nächsten Börse oder zum nächsten AKW-Treffen Moosmix spec.“ mitbringen muss, empfiehlt es sich, die Moose in verschiedenen Aquarien getrennt einzupflanzen, so die Expertin Claudia Hary.

Auch „falsche Moose“ erfreuen sich in der Aquaristik als Hingucker großer Beliebtheit. Die „Mooskugel“ Cladophora aegagrophila besteht eigentlich aus zu einer Kugel geformten Fadenalgen und der Farn Lomariopsis lineata wird auch gerne als Moos klassifiziert.

Lichtbedarf

Früher galt die Faustregel 0,5 W/l als aussagekräftig für den Bedarf an Licht für Pflanzen. Aufgrund der Einführung von LEDs ist heute die Ermittlung des Lichtbedarfs nicht mehr so einfach, und es bedarf noch längerer Erprobungsphasen von unterschiedlichen Beleuchtungen, um genauere Auskünfte geben zu können. Generell lässt sich aber feststellen, dass Lebermoose viel Licht benötigen, während es zum Beispiel beim Javamoos auch recht dunkel sein darf. Die Erfahrungen der Wasserpflanzenfreunde waren diesbezüglich auch sehr verschieden.

Vermehrung und Wachstumsrate, Wuchsformen

Bestimmte Moosarten wie Javamoos neigen dazu zu wuchern und müssen regelmäßig zurückgeschnitten werden. Verändern sich jedoch die Bedingungen im Wasser kann es auch zu Stagnation kommen. Das Korallenmoos Riccardia wächst am besten bei Zugabe von NO3-Dünger. Die Wuchsformen können, wie bereits weiter oben beschrieben als Polster oder flutend vorkommen, gezielt aufgebunden werden oder zwischen Steinen und Wurzeln in Spalten gesteckt wachsen.

Nach Beendigung der Diskussion bekam Diskussionsleiter Jörg Corell von Claus-Dieter Junge ein Schreibset als Dankeschön überreicht.

Pflanzenlotto

Nach der sehr angeregten und interessanten Diskussion gab es zum Abschluss noch das Pflanzenlotto, das diesmal ganz im Zeichen von Moosen stand. Die meisten dieser Pflanzen wurden von Claudia Hary gespendet, es gab aber noch einige weitere Wasserpflanzen, sowie Düngerproben und weitere nützliche Utensilien zur Wasserpflanzenpflege. Vielen Dank an Jörg Corell für die Einführung in die Welt der Moose und die Diskussionsführung!



24. Oktober 2015

veröffentlicht in Rückblick von TStache am 3. Nov. 2015

Begrüßung

Zum vierten Treffen in 2015 sind wieder über 30 Wasserpflanzenfreunde nach Esting gekommen. Unser Regionalgruppenleiter Claus-Dieter Junge begrüßt alle anwesenden und berichtet kurz über die wichtigsten Dinge der letzten Wochen.

Jahrestreffen des Arbeitskreises in Dessau

Das diesjährige Treffen des gesamten AK-Wasserpflanzen fand in Dessau statt. Die wichtigste Neuigkeit zu erst, Claus-Dieter hat seinen Posten als 1. Vorsitzender abgegeben. Seine Nachfolge tritt Hans-Josef Hobusch aus Cottbus an. Des weiteren haben die Mitglieder mit einer Wahl den Vorschlag angenommen, aus dem Arbeitskreis Wasserpflanzen einen eigenständigen überregionalen Verein zu machen. Hintergrund sind die Haftungsfragen für unsere (Regional-)Vorstände, sowie die Eigenständigkeit gegenüber dem VDA. In den nächsten zwei Jahren soll dazu eine neue Satzung entwickelt werden. Claus-Dieter bestätigt auf Nachfrage, dass dies für unsere Mitglieder keine Änderung bedeutet. Der neue Verein soll VDA-Mitglied und damit auch die Versicherungen für die Mitglieder bestehen bleiben.

Termine 2016

Das erste Treffen der Regionalgruppe Bayern-Süd findet am 16.01.2016 wie gehabt um 13:00 Uhr im Gasthaus Amperlust ist Esting statt. Unser Regionalguppenleiter fordert die anwesenden Mitglieder auf, über ihre vivaristischen Erfahrungen auch einmal einen Vortrag wie den heutigen von Herrn Willberger zu halten.

IG BSSW Region Süd-Bayern

Walter Mißbichler berichtet darüber, dass sich die Regionalgruppe der Interessensgemeinschaft Barben, Salmler. Schmerlen und Welse (IG BSSW) am 07.11.15 wieder trifft und er seinen Vortrag „Zebraflossensauger“ halten wird. Er ruft alle interessierten zur Teilnahme auf! Alles weitere unter: http://www.ig-bssw.org/rg-uebersicht/rg-suedbayern/

Joseph Willberger – 40 Jahre Aquarianer

Der heutige Vortrag kommt „aus eigenen Reihen“, wie Claus-Dieter immer gerne betont. Unser Mitglied Joseph Willberger aus Peißenberg hat seine – mittlerweile – 42 Jahre in der Aquaristik in einem kurzweiligen Vortrag zusammengefasst. Er erzählt, dass er die ersten Schwimmversuche mit Torf gemacht hat. Damals war Torf in Mode und überall zu finden: im Boden, im Filter und im Wasser. Entsprechend gelbstichig sind die Bilder, was aber natürlich von den Huminsäuren kommt und nicht an der Qualität des Fotographen liegt.

Vor 25 Jahren hat sich Herr Willberger ein größeres Becken angeschafft und kann sich seitdem richtig „austoben“. In einer tabellarischen Übersicht zeigt er die Wasserwerte seines Beckens. Es fällt natürlich auf, dass er im Aquarium weiches Wasser hat (KH 3°dGH), während das Leitungswasser bei ihm sehr hart ist (GH 22,7° dGH). Nach der Frage, wie er entsalzen würde, erklärt unser Referent, dass er einen Ionenaustauscher verwendet, weil die Umkehrosmose bei ihm zu viel Abwasser produzieren würde. Im Anschluss zeigt Herr Wilberger seine Abdeckung mit T8-Leuchtstoffröhren (Osram Lumilux 865). Er ist damit sehr zufrieden und plant nicht, diese auf T5-Röhren oder LED umzustellen.

Den letzten Abschnitt des Vortrags füllen natürlich unsere Lieblinge, die gepflegten Wasser- und Sumpfpflanzen. Neben Echinoderus, Crinum, Cryptochorhyne, und Microsorum hat sich Herr Willberger der Gattung Aponogeton (Wasserähre) verschrieben. Er stellt die einzelnen Arten seiner Lieblingspflanzen mit Bildern der außergewöhnlichen Blüten vor. Da viele Arten der Gattung Aponogeton eine Ruhephase durchlaufen (Einziehen aller Blätter und Überdauern in der Knolle), gibt es Fragen der anwesenden Wasserpflanzenfreunde. Herr Willberger beantwortet sie alle. Er hat die „Überwinterung“ schon mehrfach probiert, aber oft trieben die Pflanzen anschließend nicht mehr aus. Deshalb belässt er die Pflanzen im Aquarium. Zum Schluss des Vortrags zeigt unser Referent noch kurz, wie man die Pflanzen generativ (Samen) mit einem Pinsel vermehrt und bedankt sich bei den Zuhörern für ihre Aufmerksamkeit.

Pflanzenlotto

Nach dem schönen Vortrag brauchen die AK-Wpf-Mitglieder erst einmal eine kurze Pause. Das ist wie immer die Gelegenheit für unsere Lotto-Damen ihre Lose unter das Volk zu bringen. Es dauert nicht lange und alle Lose sind verteilt. Nicht nur tolle Pflanzen finden neue Pfleger, auch flüssige Nahrung in Form einer Flasche Sekt sind zu ergattern. Jörg Corell und Claus-Dieter verlosen in amüsanter Unterhaltung mehr als 50 Preise, wie immer lässt einen die Statistik im Stich, es gewinnt immer der andere Tisch. Nach dem Pflanzenlotto ist zwar das Regionalgruppentreffen offiziell zu ende, doch ein paar Mitglieder bleiben noch und unterhalten sich bei einem Bier.



18. Juli 2015

veröffentlicht in Rückblick von SMitschik am 4. Aug. 2015

Aquatische Carnivoren – vorgestellt von Dr. Andreas Fleischmann

von Stephan Mitschik

Claus-Dieter Junge begrüßt am 18.07.2015 die Besucher des dritten diesjährigen Treffens des Arbeitskreises Wasserpflanzen Region Bayern-Süd in der Gaststätte „Amperlust“ in Esting. Er macht dabei noch einmal auf das Jahrestreffen des Arbeitskreises vom 2. bis 4. Oktober in Dessau aufmerksam. Der Anmeldeschluss ist hier der 21. August. Desweiteren heißt Junge den Referenten des Treffens, Dr. Andreas Fleischmann, herzlich willkommen, der uns die Welt der aquatischen Karnivoren aus einem wissenschaftlichen Blickwinkel näherbringen möchte. Der Referent aus Landsberg am Lech weist zunächst darauf hin, dass die im Vortrag verwendeten Fotos aus der Natur, sowie aus Kultur stammen, wobei aquatische fleischfressende Pflanzen sehr schwierig zu kultivieren sind. Weltweit gibt es rund 800 fleischfressende Pflanzenarten, wovon zum Beispiel der Sonnentau, der Wasserschlauch, das Fettkraut, sowie die Venusfliegenfalle die bekanntesten sind. Anders verhält es sich mit den aquatischen Formen dieser außergewöhnlichen Pflanzen. Die Familie der Droseraceae der Sonnentaugewächse, zu der auch die Venusfliegenfalle Dionea und die Wasserfalle Aldrovanda gehört, umfasst 250 Arten. Ihnen gemeinsam ist die Fähigkeit, durch Einsaugen oder schnellem Zuklappen ihre Beute zu fangen. Anhand von Schaubildern macht Dr. Fleischmann den interessierten Zuhörern deutlich, wie sich diese Klappfallen aus primitiven Blättern mit sekretorischen Drüsen in der Evolution entwickelt haben könnten.

Aldrovanda

Zunächst geht der Referent auf die Gattung Aldrovanda, der aquatischen Schwester der Venusfliegenfalle, ein. Sie wächst bei einer Temperatur von 35°C bis zu 1 cm pro Tag, bevorzugt allerdings nährstoffarmes Wasser, das keine Fadenalgen enthält. Sie ist nicht winterfest, ihre Verbreitung erfolgt durch den Zugvögel. Die an den Blättern befindlichen Borste dienen als Abstandshalter, um nicht leer zuzuschnappen. Berührt ein Beutetier, zum Beispiel eine Mückenpuppe die Borsten einmal, schnappt die Falle zu, und die Beute wird durch Sekrete der an den Blättern befindlichen Drüsen verdaut.

Utricularia

Im Folgenden geht Dr. Fleischmann auf die Familie der Utricularia, der Wasserschlauchgewächse, ein. Sie gehören zur Ordnung der Lamiales, der Lippenblütenartigen. Weltweit gibt es 240 Arten von Utricularia, wobei in Europa und auch in Bayern sieben davon existieren. 10 Prozent der Utricularia-Arten sind aquatisch, sie kommen meistens terrestrisch aber auch epiphytisch vor. Diese Pflanzen besitzen keine Blätter, sondern Fangblasen, die als Saugfallen fungieren. Berührt eine Beute, das vor der Klappe befindliche Sinneshärchen, öffnet sich die Klappe, und durch den Unterdruck in der Fangblase wird die Beute mitsamt dem Wasser eingesaugt. Dabei wendet die Pflanze auch Mimikry, das heißt sie imitiert ihre Beute, zum Beispiel eine Daphnie. So wird die Beute angelockt, und kommt sie der Fangblase zu nahe, wird sie eingesaugt. Durch Sekretionsdrüsen im inneren der Blase wird die Beute dann verdaut. Faszinierend sind auch Utricularia, die in Venezuela in den Tafelbergen epiphytisch in Bromelien wachsen. Hier entwickelt die Pflanze sowohl große als auch kleine Fallen, denn die Beutetiere sind hier in unterschiedlichsten Größen vorzufinden. So bevölkern auch die Kaulquappen von Pfeilgiftfröschen diese Mikroteiche im Zentrum der Bromelie, und dienen somit auch den Pflanzen als Nahrungsquelle. Überhaupt sind Wasserschläuche überall da zu finden, wo auch nur die kleinsten tropfenartigen Wasserstellen an Pflanzen existieren. Schließlich hat Utricularia noch einen Rekord aufzuweisen: sie besitzt die Art mit der kleinsten vollständigen Blüte unter den Bedecktsamern, U. simmonsii. Sie misst nur etwa einen halben bis einen Millimeter im Durchmesser und wurde 2008 im Northern Territory in Australien gefunden.

Genlisea

Zum Schluss seines Vortrags geht Dr. Fleischmann noch auf die Gattung Genlisea ein, die eine gegenüber den bisher vorgestellten aquatischen Carnivoren in der Evolution noch weitergehende Spezialisierung entwickelt hat: die Reusenfalle. Die Pflanze hat dimorphe Blätter: die carnivoren Rhizophylle und die photosynthetischen Blätter. Sie benötigt zum Fangen von Beute immer fließendes Wasser, ist also häufig an Quellaustritten zu finden. Zu ihrer Beute gehören Nematoden, Milben aber auch Protozoen. Die Beute kann sich bei dieser Pflanze nur in eine Richtung bewegen, und die geht Richtung Magen. Dieser ist mit besonders vielen sekretorischen Drüsen ausgestattet, und verdaut die Beute. Hier wurden Crustaceen, Algen, aber auch Amöben gefunden. Was die Verbreitung und die Habitate anbelangt, ist Genlisea auch sehr vielfältig aufgestellt. Man findet sie sowohl auf den Inselbergen in Guinea, als auch in vielen Gebieten Mittel- und Südamerikas, sowie in Afrika, die saisonal nass sind beziehungsweise auch auf Quarzsand- oder eisenhaltigen Gesteinskrusten. Sie ist auch häufig mit Sphagnum-Moospolstern vergesellschaftet.

Pflanzenlotto

Nach diesem hochinteressanten und wissenschaftlich fundierten Vortrag gab es wieder eine Versteigerung von Cryptocoryne blasii, sowie das obligatorische Pflanzenlotto mit vielen Wasserpflanzen, aber auch den dazugehörenden Pflegeprodukten.

Vielen Dank an Dr. Andreas Fleischmann für den tollen Vortrag!



25. April 2015

veröffentlicht in Rückblick von SMitschik am 2. Mai. 2015

Karl Rössle: Gartenteich aus meiner Sicht

von Stephan Mitschik

Zum zweiten Mal im Jahr 2015 versammelten sich am 25. April Freunde und Interessierte an Themen rund um Wasserpflanzen im Vereinslokal „Amperlust“ in Esting, um den Vortrag von Karl Rössle aus Olching. Claus-Dieter Junge begrüßt in seiner Funktion als Vorsitzender des Arbeitskreises Wasserpflanzen Bayern-Süd alle Anwesenden, sowie den Referenten des Tages, Karl Rössle, zum April-Treffen. Im Rückblick auf das letzte Treffen im Januar ging Junge nochmals auf das Thema „Wabi-Kusa“ ein. Dazu hatte er sein eingerichtetes Wabi-Kusa mitgebracht, das sich sehr schön eingewachsen präsentierte. Desweiteren ging der Arbeitskreis-Vorsitzende auf die bevorstehenden Veranstaltungen des VDA und des Arbeitskreises Wasserpflanzen ein. Das Jahrestreffen des Arbeitskreises findet diesmal vom 2. bis 4. Oktober im Kornhaus Dessau statt. Das Programm wird in der neuen Aqua Planta erscheinen. Stolz konnte Claus-Dieter Junge den Beitritt des neuen Mitglieds Walter Pakulat verkünden. Zum Abschluss der einleitenden Worte las Junge noch die letzte Aufforderung zur Teilnahme am VDA-Bundeskongress vom 15. bis 17. Mai in Braunschweig vor.

Der Vortrag

Noch während des Pflanzenlottos lange nach dem Vortrag sind hier und da angeregte Diskussionen über das eben Gesehene zu hören.

Was war passiert?

Schon bald nach Beginn des Vortrags wird allen Anwesenden klar: hier handelt es sich weniger um einen normalen Gartenteich, als eher um einen Hochgebirgsteich im Garten. Und nicht nur einen. Wie sich während des Berichts über die letzten fast vierzig Jahre herausstellt, hat Karl Rössle den Garten der Gemeinschaftwohnanlage auf einer Fläche von rund 250 m2 in eine vielfältige Moor-, Sumpf- und Steingartenanlage verwandelt, in deren Zentrum zwei Teiche stehen.

Der erste Teich stellt eine Besonderheit dar. Er ist, nicht besonders tief, sodass während des Sommers der Wasserspielgel auf bis zu 10 cm abnimmt. Das hat zur Folge, dass Sumpfpflanzen und Steingartenpflanzen wachsen. Am Ende der Saison wird der Teich wieder aufgefüllt. An seinen Ufern wachsen keine einheimischen Pflanzen, sondern zum Teil Raritäten aus aller Welt. Dennoch sind hier auch Mehlprimeln, Knabenkraut, Glockenblume, Frauenschuh, Iris, Fettkraut und Sumpfherzblatt anzutreffen.

Über 30 Jahre hat Karl Rössle seit 1976 den Garten umgebaut und weiter verfeinert. Mithilfe von Steinen, die er selbst in den Bergen gesammelt hat, und gekauften Exemplaren, die bis zu drei Tonnen schwer sind, sowie vielen Wurzeln, die bis zu 3 Metern lang sind, baute und verschönerte er „seinen“ Garten. Sogar ein Findling ist in seinem Garten anzutreffen.

Schon bald folgte auf den ersten Teich ein zweiter zehn Meter lang und eineinhalb Meter tief. Aufgrund der besonderen Anordnung von 16 Steinen, bietet sich die Anlage eines Wasserlaufs über 5 Meter Höhendifferenz an. Dazu legt Rössle zunächst eine Verschalung an, schließlich mit Beton ausgeformt wird. Über einen umgestülpten Eimer entsteht in diesem Teich eine Insel, die zusätzlich ein Highlight darstellt. Hier wachsen Asplenium trichomanes, Simsenlilie, einzelne Gumpen mit Schaumkraut sind zu sehen. Auf der Insel wächst Dactylorhiza purpurea.

Gefühlt unendlich reihen sich Fotos von kanadischem Blutwurz, nordamerikanischer Waldlilie, schöpfiger Teufelskralle, Zwergollgras, Wasseraloe, Steinen mit Flechten. Neben Zwerritterspornen wachsen hier auch Glockenblumen mit 4-5 cm großen Blüten, kleine Gehölze, und einheimischer Seidelbast. Ein Hobby von Rössle ist der Frauenschuh. Entsprechend groß ist hier auch die Vielfalt der Blüten an Farben und Formen.

Natürlich ist es nicht nur die perfekte Anlage, die die Zuschauer begeistert. Gefahr droht durch Amseln, die aus dem Moor Material zum Nestbau sammeln, aber auch das herunterfallende Laub, und Nadeln von den Bäumen muss regelmäßig entfernt werden. Dazu kommen die unterschiedlichen Substrate für die vielen verschiedenen Pflanzen, die angesetzt, die Dünger, die speziell gemischt werden müssen.

RESPEKT FÜR DIESE LEISTUNG!!!

Traditionell findet nach dem Vortrag das Pflanzenlotto statt, bei dem wieder zahlreiche Wasserpflanzen und Pflegezubehör zur Verlosung bereitstehen. Zweimal wird das Lotto durch eine Versteigerung von Cryptocoryne blasii unterbrochen. Die erste Pflanze geht nach dem Anfangsgebot von 0,10 € für schließlich 9,50 € an unser Neumitglied, bei der zweiten Versteigerung erreichen wir nach anfänglich 0,20 € für den glücklichen Gewinner 7,00 €.

Zum Abschluss der Veranstaltung in Esting macht Claus-Dieter Junge alle Anwesenden auf den neuen Mitgliedsantrag aufmerksam mit der Message: neue Mitglieder gesucht!



24. Januar 2015

veröffentlicht in Rückblick von SMitschik am 8. Feb. 2015

Workshop Wabi-Kusa

von Stephan Mitschik

Begrüßung und Ehrung

Claus-Dieter Junge begrüßt in seiner Funktion als Vorsitzender der Regionalgruppe Bayern-Süd des Arbeitkreises Wasserpflanzen die zahlreichen Anwesenden zum ersten Treffen des Jahres in der Gaststätte „Amperlust“ in Esting und wünscht allen ein erfolgreiches und gesundes Neues Jahr 2015. Zugleich bedankte sich Junge bei den ehrenamtlich tätigen Helfern, die den Internet-Auftritt, die Flyer und die Versorgung mit aquaristischem Material sicherstellen mit einer Pralinenschachtel. Stolz konnte der AKW-Vorsitzende verkünden, dass für 2016 schon zwei Referenten aus den eigenen Reihen feststehen.

Workshop „Wabi-Kusa“

Zu Beginn des Workshops „Wabi-Kusa“ erzählt Claus-Dieter Junge von der Heimtiermesse Hannover im Januar 2014, auf der er zum ersten Mal mit den „lebenden Blumen“ Ikebana in Kontakt kam, die in Tassen oder Schalen ausgestellt waren. Im Aquascaper-Wettbewerb des German Aquatic Plant Layout Contest (GAPLC) gibt es seit neuestem auch die Kategorie „Wabi-Kusa“ als Konkurrenz zusätzlich zu den Kategorien „Nano“ und „Standard“. In einem Workshop in Karlsruhe, veranstaltet von der Firma ADA, lernte Junge dann die Kunst der Bepflanzung von Gefäßen aller Art kennen. Erfunden in Japan vom Aquascaping-Star Takeshi Amano, dient Wabi-Kusa den Japanern als eine Art der Resteverwertung. So können aus übrig_gebliebenen Pflanzen, die in Ballen aus matschartigen Substraten gesteckt werden, in Vasen, Tassen oder anderen Gefäßen ansehnliche Schmuckstücke entstehen.

Zubehör

Um ein schönes Wabi-Kusa einzurichten, braucht es nicht viel mehr, als in einem Wasserpflanzen-Freund/Aquarianer-Haushalt nicht ohnehin vorhanden sein sollte: Schere, Pinzette und Spatel, Nähgarn, einen Glasbehälter, und als Substrat entweder einen Soil, also ein in der Aquaristik seit ein paar Jahren gebräuchlicher Bodengrund. Alternativ lässt sich statt dem Soil auch ein Aufguss aus Torfmoos hernehmen. Zudem sind zur Herstellung des Substratballens eine farbige Nylonsocke oder ein dünnes Fleece und dunkles Nähgarn erforderlich. Zur Pflege des Wabi-Kusa ist eine Spritzflasche gefüllt mit destilliertem Wasser unerlässlich, damit die Pflanzen schön feucht bleiben und nicht austrocknen.

Einrichtung

300 ml Soil werden in den Strumpf gegeben und mit reichlich Garn in Form eines Ballens abgebunden. Das obere Ende der Socke kann dann oberhalb der Einschnürung abgeschnitten werden. Das Substrat muss zunächst für 24 Stunden gut gewässert werden. Dann kann mit der Bepflanzung begonnen werden. Dazu eignen sich prinzipiell alle Pflanzen, die gut emers wachsen, wie zum Beispiel Fittonia, aber auch zahlreiche bekannte Wasserpflanzen wie Cryptocorynen, Hydrocotyle tripatita, Hygrophila lancea, oder Pogostemon-Arten. Echinodorus-Arten sind NICHT als Wabi-Kusa-Pflanzen geeignet, da sie schlicht zu groß wachsen. Als Basis für den Ballen eignen sich vor allem Moose. Um Stängelpflanzen in den Ballen einsetzen zu können, muss zunächst mit der Pinzette ein Loch in den Ballen gestochen werden, um dann die Pflanze schadlos an diese Stelle zu stecken. Wichtig ist hierbei, dass der Ballen schön fest gebunden ist, damit er nicht zu stark beim Einstechen nachgibt. Als Tipp folgt nun noch die letzte Zutat für ein schönes Wabi-Kusa: PHANTASIE, IDEEN! Der Kreativität sind hier keine Grenzen gesetzt. Das gilt auch für den letzten Schritt der Einrichtung: Je nach Höhe der Bepflanzung oder Größe des Substratballens können unterschiedlichste Gefäße zur Aufbewahrung dienen. Sei es die Kaffeetasse aus dem Service der Großmutter oder die niedrige Plastikschale: nahezu alles ist möglich! Zur Dekoration und um den Ballen etwas zu verdecken, kann man etwas Soil noch außen herum in das Gefäß geben.

Pflege

Zum Einwachsen der Kultur empfiehlt es sich, eine Frischhaltefolie über das Gefäß zu spannen, um die Feuchtigkeit zu bewahren. Zudem sollte das Kunstwerk unter einer Lampe stehen, um das Wachstum der Pflanzen (Photosynthese) zu ermöglichen. Hier bieten sich Schreibtisch-Lampen mit LED-Technik an. Diese sind günstig zu erwerben und sind sehr energiesparsam. Um auch Frischluft-Zufuhr zu ermöglichen, sollte die Kultur ab und zu geöffnet werden. Ist das Wabi-Kusa dann schließlich gut eingewachsen, kann die Folie dauerhaft entfernt werden.

Ergebnisse des Workshops und weitere Tipps

Die Ergebnisse der neun von den Teilnehmern fertiggestellten Wabi-Kusas konnten alle Anwesenden im Anschluss in einer kleinen Ausstellung bewundern.

Nach dem praktischen Teil des Workshops zeigte Claus-Dieter Junge noch einige Bilder als weitere Anregung für Bepflanzungen und mögliche Gefäße. So kam es noch einmal zu einer Diskussion über geeignete Substrate, bei der ein Teilnehmer, der sich schon mehrere Jahre mit dieser Kulturform beschäftigt, auf eine weitere Möglichkeit hinwies: Statt in einem Damenstrumpf mit Soil lässt sich das Substrat auch mit Torf und Akadama-Erde herstellen, die aus der Bonsai-Kultur stammt. Weitere Dekorationsstile aus Fernost sind beispielsweise Iwagumi (Steingärten, auch bepflanzt) oder Kokedama (bepflanzte Moosballen).

Versteigerung und Pflanzenlotto

Vor dem obligatorischen Pflanzenlotto mit zahlreichen Spenden von Wasserpflanzenfreunden fand noch eine Versteigerung von einem mitgebrachten Wabi-Kusa, sowie einigen Exemplaren der seltenen und nicht im Handel erhältlichen Cryptocoryne purpurea statt. In 20-Cent-Schritten kämpften sich die Anhänger solcher Pflanzen bis über die Fünf-Euro-Marke hinaus.

Nächstes Treffen

Nach dreieinhalb sehr abwechslungsreichen Stunden ging um 16:30 Uhr eine sehr interessante Veranstaltung des Arbeitskreises Wasserpflanzen zu Ende. Zum Abschluss wies der Arbeitskreis-Vorsitzende noch auf die neuen Mitgliedsanträge (jetzt mit IBAN) sowie das nächste Treffen am 25. April 2015 mit dem Thema „Gartenteich – aus meiner Sicht“ von Karl Rössle aus Olching hin.



Rückblick – Archiv

veröffentlicht in Rückblick von TStache am 1. Jan. 2010

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