Zosterella Dubia syn. Heteranthera dubia – Zweifelhaftes Trugkölbchen
Text und Fotos: Klaus-Dieter Junge
Ihr Verbreitungsgebiet reicht vom Südosten der USA bis hinunter nach Mittelamerika, ja laut Roger Tory Peterson ( Peterson Field Guide) soll man diese Pflanze auch in Minnesota, im südlichen Ontario und im Süden von Quebec finden. Wenn wir davon aus gehen muss diese Pflanze auch winterhart sein. Ich habe sie an zwei Standorten im Südosten der USA gefunden, einmal in einem kleinen Graben im nördlichen Panhandle (Florida), ein weiteres mal im südlichen Florida , ca.50 Meilen südöstlich von Fort Myers. Ihr Habitat sind kleine stehende und fließende Gewässer.
Die “Dubia” ist eine submers wachsende Wasserpflanze, und bekommt ca. 2 bis 3 Meter lange Stängel. Sie treibt seitliche Ausläufer und flutet an der Oberfläche. Die Blätter werden ca.5-12 cm lang und ca. 4 mm breit. Sie sind wechselständig angeordnet. Die Farbe ist hellgrün und sie sehen grasähnlich aus. Bei guter Beleuchtung im Aquarium kann Zosterella dubia auch Blüten treiben.
Die gelben Blüten bestehen aus 6 Blütenblättern. Nach dem Öffnen sind 3 Staubblätter zu sehen, und ein Stempel mit Griffel, Fruchtknoten und Narbe. Der Blütenstiel treibt aus dem flutenden Teil, an der Oberfläche hervor. Dabei ragt ein spitzer Trieb,ca.3-4cm, senkrecht aus dem Wasser. Der Blütenstiel schiebt dann die Knospe heraus. In meinem Aquarium konnte ich dieses meistens vormittags beobachten. Das Entfalten der Blütenblätter dauert ca. 60 bis 90 Minuten. Dann ist die Blüte ganz geöffnet ist.
Zur Hälterung im Aquarium sollte das Wasser nicht zu warm sein, die Pflanze liebt etwas kühlere Temperaturen. Es können aber auch zeitweise etwas höhere Temperaturen akzeptiert werden, denn an den Standorten, wo ich sie fand, war das Wasser in der Früh ca.10°C und in der prallen Mittagssonne stieg mein Thermometer auf stolze 31°C, die aber zum Abend hin nicht mehr gehalten werden konnten. Die Messungen nahm ich im Mai 1996 im nördlichen Panhandle/Florida (Emerald-Coast) und im Mai 2000 in der Region von Fort Myers/ Florida vor.
An die Wasserqualität stellt die Pflanze keine besonderen Ansprüche. Bei mir zu Hause wächst sie in fast jedem Wasser (bis ca. 450 ms Leitwert). Auch an den Ph-Wert stellt sie keinen besonderen Anspruch. Ich halte Zosterella dubia in Aquarien mit und ohne CO2 (Kohlenstoffdüngung). Nur mit CO2 Düngung wächst sie sehr schnell. Die Vermehrung über Seitentriebe ist problemlos. Die Stecklinge treiben im Bodengrund ein feines, dichtes Wurzelwerk. Die Pflanze sollte nicht an schattige Standorte und gebündelt im Aquarium eingesetzt werden, also Stängel für Stängel! Das ist meine Erfahrung, die ich persönlich gemacht habe. Sollte man dieses nicht berücksichtigen, kann es vorkommen, dass im unteren Teil die Blätter dunkel werden und absterben und die Z.dubia von unten kahl aussieht. Der Pflanzabstand der einzelnen Stängel sollte 2-3 cm betragen.
Zosterella dubia war eine kurze Zeit in der Aquaristik gut vertreten, ist aber dann wieder verschwunden. Sie wird auch im Handel selten angeboten. Diese Pflanze wächst so gut, dass sie bei unkontrolliertem Wachstum anderen Pflanzen den Lebensraum nehmen kann.
Literaturnachweis :
“Wildflowers”
Northeastern/Northcentral North -America
Peterson Field Guides,Roger Tory Peterson/ Margaret Mc Kenny
“Aquarienpflanzen”
Neue Auflage, Christel Kasselmann, Verlag Eugen Ulmer , Stuttgart
“Aquarienpflanzen”
Prof.Dr.H.C.D.de Wit, Verlag Eugen Ulmer, Stuttgart
“Handbuch der Aquarienpflanzen”
Gerhard Brünner
Spiranthes odorata (Nuttal) Lindley 1840 – Wasserorchidee
Gerd Eggers brachte 1994 zum Workshop „Wasserpflanzen“ eine große Schale emers gezogener Spiranthes odorata, die voll in Blüte standen, als Anschauungsmaterial mit. Mit einigen Hinweisen zur Kultur und einer Hand voll Pflanzen versorgt, bin ich seit diesem Tag von dieser Gattung fasziniert.
Die Gattung Spiranthes besteht aus 300 Arten auf allen fünf Kontinenten. In Nordamerika kommen 20 Arten vor, in Europa vier und in Deutschland zwei: Spiranthes aetivalis, die Sommerdrehwurz und Spiranthes spiralis, die Herbstdrehwurz, die beide sehr selten und streng geschützt sind. Nur wenige Arten sind Sumpfpflanzen. Lediglich zwei davon können ausdauernd unter Wasser leben: S. graminea und S. odorata.
Etymologie (Wortherkunft)
Spiranthes – aus den griechischen Wörtern speira (Spirale) und anthos (Blüte) zusammengesetzt, bezieht sich auf die spiralig angeordneten Blüten. Odorata bedeutet wohlriechend. Der deutsche Name lautet Dreh- oder Wendelähre. Kultivierte Pflanzen sind jedoch geruchlos – warum ist nicht bekannt.
Verbreitung
Spiranthes odorata ist im Osten und Südosten der USA verbreitet. Sie wächst in Sümpfen, Sumpfwäldern, periodisch überschwemmten Gebieten, Wassergräben und Fließgewässern, die den Gezeiten ausgesetzt sind. Die Pflanze ist sehr anpassungsfähig und gedeiht über längere Zeit untergetaucht. Sie kommt an schattigen bis sonnigen Standorten vor. An dunklen Stellen blüht sie nur selten. Der Bodengrund besteht Ton Torf, Schlamm und Sand.
Beschreibung
Spiranthes odorata ist eine Grundständige Rosettenpflanze mit lanzettförmigen, ungestielten Blättern. Sie wird vor der Blüte etwa 20 cm hoch und hat 6 – 9 Blätter. Die Blattspreite ist sehr schmal, elliptisch, bis 25 cm lang und bis 3 cm breit. Die weichen, fleischigen Blätter sind mittelgrün und glänzen. Die Nervatur ist strahlenförmig. Ihre bis zu 5 mm dicken Wurzeln sind fleischig, anfangs weiß, später bräunlich. Die flachwurzelnde Pflanze beginnt, wären sie den Blütenstand treibt, an den Wurzelenden je einen Ableger zu bilden – insgesamt 4 – 8 Kindel. Von nun an sterben einzelne Grundblätter ab. Wenn sie verblüht ist, stirbt die Mutterpflanze bis zum Wurzelstock ab, der aber noch geraume Zeit mit des Ablegern verbunden bleibt. Vom Kindel bis zur blühfähigen Pflanze vergeht ein Jahr.
Blüte
Der Blütenstängel erreicht eine Gesamthöhe von 30 – 80 cm und hat 5 – 10 nach oben kleiner werdende Scheidenblätter, die den Ganzen Stängel umfassen. Ab dem letzten Scheidenblatt ist der Stängel behaart. Die Blütenähre wird 8 – bis 15 cm lang und besteht aus 20 bis 40 spiralförmig angeordneten, etwa 1,5 cm großen, weißen, behaarten Einzelblüten. Die Lippe ist im Inneren grüngelblich angehaucht und vorne nach unten gebogen. Die Blütezeit erstreckt sich von September bis bis März. Der Blütenstand benötigt etwa drei Monate zur Entwicklung. Die Blühdauer beträgt ungefähr sechs Wochen.
Sumpfkultur auf der Fensterbank
Ich verwende etwa 12 cm hohe Tontöpfe oder Schalen, deren Größe sich nach dem zur Verfügung stehenden Platzangebot richtet. Das Substrat ist ein Mischung aus Gartenteicherde, Weißtorf, Sand, Hydrokulturkugeln (Körnung 2 -3 mm), zerkleinerter Holzkohle, Lehm oder Ton und Laterit. Auf die übliche Drainage verzichte ich ganz. Der Kultivar muss immer nass stehen! PVC-Untersetzer, 2 – 3 cm mit Wasser gefüllt, eignen sich gut die Pflanze nass zu halten. Gegossen wird mit teilentsalztem Wasser, dem wöchentlich oder vierzehntägig ein Orchideendünger (0,2 bis 0,5%) beigemischt wird. Aquariumswasser kann auch verwendet werden. Bei mir teilt sich Spiranthes odorata mit anderen Orchideen und Grünpflanzen ein sonniges Ostfenster. Wenn die Pfleglinge im Topf zu dicht geworden sind und sich gegenseitig erdrücken, ist es höchste Zeit, sie umzutopfen. Dies geschieht am besten im Frühling nach der Blüte, wenn die Ableger 2 – 4 Blätter haben. Die neuen Töpfe werden nur locker bepflanzt, so dass reichlich Platz zur Vermehrung vorhanden ist. Die Erde wird nur leicht angedrückt, damit das Substrat locker bleibt. Mit überzähligen Pflanzen, aber auch dem alten Wurzelstock bepflanze ich neue Töpfe die im Sommer auf dem Balkon stehen und im Herbst an interessierte abgegeben werden. Im Freien ist unbedingt auf Schädlinge zu achten! Blatt- und Schildläuse verursachen auf den Blättern große, weiße Flecken. Gesunde Pflanzen werden selten befallen. ich erfreue mich jedes Jahr aufs neue an der Blütenpracht von Spirantes odorata, die, je nach Größe der Schale und der Anzahl der Orchideen, sehr üppig ausfällt. Bis zum heutigen Zeitpunkt haben meine Orchideen keine Samenkapsel hervorgebracht. Die Kultur im Paludarium, Terrarium oder im Sumpfteil des Gartenteiches (natürlich nur im Sommer) ist bestens geeignet. Die submerse Kultur im Aquarium ist bedingt möglich, aber zur Blütenbildung kommt es hier nur selten. Die im Handel erhältliche Spiranthes cernua ist das Synonym von Spiranthes odorata. In den Tagen, an denen ich diese Zeilen geschrieben habe, erfreute mich die Wasserorchidee mit ihrer Blütenpracht.
Didiplidis diandra – amerikanische Wasserhecke
von Klaus-Dieter Junge
Didiplidis diandra oder Peplis diandra wie sie auch in der Nomenklatur genannt wird, zu deutsch auch gelegentlich „Bachburgel“ oder amerikanisch Wasserhecke, gehört zu den Blutweiderichgewächsen, die es auch in Europa gibt. Didiplidis diandra kommt aus den südlichen USA.
Ich fand diese zarten Pflanzen in München in einem kleinen Zoofachgeschäft in der City, und dachte mir, probier sie einmal aus. Gesagt, getan. Zu Hause pflanzte ich nun die etwa 4-5 cm hohen , von mir erworbenen Pflanzen in ein 50l Aquarium mit feinem Kies. Die Beleuchtung darüber war eine 11W Dulux Energiesparlampe. Anfangs wuchs die neue Pflanze recht langsam, ja es sah so aus als wollte sie eingehen . Aber dann nach 14 Tagen, bemerkte ich, dass sie nun schon etwas höher geworden war.
Nach weiteren vier Wochen dann stellte sich heraus, dass die Wasserhecke sich an mein Leitungswasser und Licht gewöhnt hatte. Die Pflanze hatte nun die Wasseroberfläche erreicht, und ich stellte fest, dass sie sich durch Seitentriebe schon vermehrt hatte. Der obere Teil meiner Pflanzen hat nun rötlichbraune Blätter bekommen (am Anfang waren sie nämlich grün). Es war nun an der Zeit die Pflanzen auszulichten. Dabei bemerkte ich in den Blattachseln kleine 1-1,5 mm große, bräunliche Knoten.
Nach Lesen einschlägiger Literatur wusste ich nun dass es sich um Blüten oder Knospen handelt. Für mich war das eine tolle Entdeckung – eine zierliche Pflanze, die unter Wasser Blütenknospen bekommt. Es stellte sich sofort die Frage, blüht sie unter Wasser oder nicht?
Didiplidis diandra ist eine zierliche Pflanze die ein sauberes Wasser benötigt. sollte sich aber einmal Mulm im Aquarium bilden, neigt die Pflanze leicht dazu , zu veralgen. Abhilfe: Mulm sehr gut entfernen und drei bis fünf Tage die Beleuchtung abschalten. Die Algen gehen dann zurück.
Die Wassertemperatur zur Aquarienhaltung sollte bei 22° -25° Celsius liegen. Kurzfristig hält die Pflanze aber auch höhere Temperaturen aus. Dieser Wärmeaustausch sollte aber nicht abrupt passieren (Beispiel: von 28° runter auf 22° in Sekunden). Er sollte langsam vonstatten gehen (Nachtabsenkung des Heizthermostaten), denn in den Heimatgewässern zeigt die Temperatur in den Tümpeln und Bächen in der Mittagszeit auch höhere Werte, die sich zum Abend und in der Nacht absenken.
Die Pflanze hat sich bei mir zwischenzeitlich auf dem Rückzug befunden, aber nun pflege ich sie wieder.
Nymphoides ezannoi
Text : Josef Bogner
Fotos : Bertram Wallach
Nymphoides ezannoi (oder Ezannos Seekanne) stammt aus Afrika, wo sie in Mali, im Tschad, Sudan, Niger und Senegal verbreitet ist. Diese Art ist erst 1967 beschrieben und um das Jahr 1988 in Europa eingeführt worden. Bei ausgewachsenen Pflanzen bilden sich nur noch Schwimmblätter, die an langen Trieben stehen; nur im Jugendstadium wachsen zarte hellgrüne Unterwasserblätter.
Die Blattspreiten sind ei- bis kreisförmig, ganzrandig, oberseits olivgrün und unterseits grün bis weinrot, an der Basis tief eingeschnitten; sie erreichen einen Durchmesser von 5 – 10 cm. Die weißen Blüten erheben sich über die Wasseroberfläche und haben eine Größe von 1 – 2 cm, die Kronblätter sind am Rande nur wenig gefranst und am Grunde zottig behaart. N. ezannoi kann besonders empfohlen werden, da sie leicht und schnell wächst, ferner sich durch eine große Blühwilligkeit auszeichnet.
Die Pflanzen müssen im Bodengrund eingesetzt werden und treiben dann schnell ihre Schwimmblätter. Eine gute Beleuchtung ist zu empfehlen. N. ezannoi wächst sowohl im weichen als auch im harten Wasser gut; die Temperatur soll über 20°C betragen, am besten 24 – 28°C. Da es sich um eine Schwimmblattpflanze handelt, eignet sie sich vor allem für ein offenes Aquarium, dann kommen auch die zahlreichen schönen weißen Blüten voll zur Geltung.
Hydrocotyle leucocephala (Brasilianischer Wassernabel)
Text und Fotos: Jörg Corell
Die nicht nur aus Brasilien, sondern aus dem Gebiet zwischen Südmexiko bis Nordargentinien stammende Hydrocotyle leucocephala gehört zur Familie der Apiaceae, also der Doldengewächse. Diese Pflanzenfamilie umfasst ca. 3000 Arten aus 300 Gattungen, die weltweit verbreitet sind. In diese Familie gehören auch so bekannte Pflanzen wie Petersilie Petroselinum, Bärwurz Meum oder auch die Möhre Daucus.
Der Brasilianische Wassernabel, der ja auch emers gut gedeiht, besiedelt in seinen Heimatbiotopen mäßig feuchte, aber auch nasse Standorte. Dazu gehören Sumpfgebiete, Seen, langsam fließende Flüsse und auch Überschwemmungsgebiete. Gefunden wurde dabei schon in Höhen bis 1700m.
Wie schon erwähnt, ist die Pflanze amphibisch. In der submersen Kultur wächst sie dabei aufrecht bis sie an der Wasseroberfläche flutet. Dabei bilden die Sprossen an allen Knoten Wurzeln aus. Die Blätter sind wechselständig und werden ca. 2-5 cm groß. Am Grund werden an den Knoten noch kleine ca. 5mm Nebenblätter ausgebildet. Die Blätter sind von der Grundform rund, haben aber einen tiefen Einschnitt zu Blattmitte hin (Nabel). Die Blattränder sind unregelmäßig gekerbt.
Flutend bzw. emers werden ziemlich oft Blüten ausgebildet. Diese kleine 15- 30blütigen Dolden sitzen an einem bis zu 12 cm langen behaarten Blütenstängel. Die weißen Einzelblüten sind dabei nur ca. 1-2 mm groß, sind 5zählig mit 2 Fruchtblättern, wobei die Frucht ca. 1×1,5mm groß wird. Von dieser Blüte hat der Wassernabel auch seinen Namen: leucocephala = weißköpfig.
Der Brasilianische Wassernabel ist für die Kultur im Aquarium hervorragend geeignet, da er sehr anspruchslos ist und mit fast jedem Wasser zurechtkommt. Nicht besonders anspruchsvoll ist er auch bei den Lichtverhältnissen, denen er sich gut anpassen kann, wichtiger ist aber eine gute Nährstoffversorgung mit Stickstoff und einem Eisendünger. Auch eine zusätzliche CO2-Düngung lässt ihn schnell und üppig wachsen. Ohne genügend CO2 und Nährstoffe kümmert er.
Im Aquarium wird er oft als Stängelpflanze in den Boden gepflanzt, von wo die Sprossen dann aber schnell an die Wasseroberfläche wachsen. Dort flutend wächst er noch stärker weiter und verzeigt sich sehr stark. Dadurch kann er recht schnell einen dichten Schwimmpflanzenteppich bilden. Mit Hilfe dieser Verzweigungen lässt sich die Pflanze auch gut vermehren.
Die Kultur ist aber auch emers möglich, weswegen sich der Brasilianische Wassernabel auch gut für Paludarien eignet.
In der Literatur finden sich sogar Hinweise, dass sich Hydrocotyle leucocephala als hängende Zimmerpflanze pflegen lässt.

