Arbeitskreis Wasserpflanzen e.V. – Regionalgruppe Bayern-Süd






powered by Wordpress



22.04.23 Schwarzwasser



Trotz besten Wetters ließen sich zehn interessierte Aquarianer nicht abhalten, das zweite Treffen der Regionalgruppe in Dachau zu besuchen. Und sie wurden nicht enttäuscht: Mario Hamann, der den Teilnehmern schon durch den Vortrag über seine Gartenaquaristik bekannt war, erläuterte zum Thema Schwarzwasser in der Aquaristik die unterschiedlichsten Aspekte in Theorie und Praxis.

Der Einsatz von Huminstoffen bringt viele Vorteile bei der Pflege und Zucht im Aquarium. Sie reduzieren schädliche Keime, stärken das Immunsystem der Aquarienbewohner und unterstützen die Nährstoffaufnahme der Aquarienpflanzen.

Wasserpflanzenfreunde sitzen am Tisch und hören dem Vortrag zu
Mario Hamann mit seinem Vortrag über Schwarzwasser

Selber Sammeln!

Dieser Effekt wurde zuerst durch den Einsatz von Seemandelbaumblättern erzielt. Diese durch einheimische Laubblätter zu ersetzen ist ein lohnendes Ziel. Die Blätter dienen auch als Dekoration, Futter für diverse Garnelenarten und Grundlage für einen Bakterienrasen, der dem Nachwuchs von Fischen und Garnelen als Erstlingsfutter dient. Als hierfür geeignet haben sich die Blätter von Ahorn, Eiche, Rotbuche und Walnuss erwiesen. Die Unterschiede im Einsatz der einzelnen Arten (z.B. Haltbarkeit und Färbung) und Besonderheiten bei der Sammlung (wann und wo) wurden durch den Referenten ausführlich dargestellt. Je nach Art sind selbst gesammelte Blätter zwei bis sechs Jahre haltbar. Vor der Lagerung müssen diese jedoch sauber getrocknet werden, um insbesondere schädlichem Schimmel vorzubeugen. Grundsätzlich sollten die Blätter vor dem Einsatz im Aquarium 3-4 Tage in einem Kübel gewässert werden, damit diese nicht aufschwimmen.

Vorher wässern

Der Einsatz von Erlenzapfen bringt ähnliche Effekte. Die Unterschiede liegen in einem stärkeren Färbungseffekt und den beinhalteten Gerbstoffen. Insbesondere bei im Herbst frisch geernteten Zapfen gilt es vorsichtig zu dosieren. Auch sie sind getrocknet recht lange haltbar.

Die Inhaltsstoffe von Bambus sind nicht so hoch dosiert. Bei dessen Einsatz spielen eher dekorative Effekte eine Rolle. Bambus sollte vor dem Einsatz 2-3 Wochen eingeweicht werden. Hier ist je nach Herkunft (Kultur) Vorsicht vor einem möglichen Einsatz von Pflanzenschutzmitteln (z.B. Kupfer) geboten.

Konzentriertes Schwarzwasser

Neben dem direkten Einsatz im Aquarium kann aus diesen Naturmaterialien auch ein „konzentriertes Schwarzwasser“ hergestellt werden, das dann (vorsichtig dosiert) in das Aquarium eingebracht werden kann. Hierzu werden insbesondere Blätter in einer Regentonne mit Regenwasser im Garten angesetzt. Das in die Tonne scheinende Sonnenlicht kann den Effekt noch verstärken. Je nach Art der verwendeten Blätter entsteht bereits nach vier Tagen bis zwei Wochen ein anwendbares Konzentrat, das als Vorrat für die spätere Dosierung in das Aquarium dient.

Abgerundet wurde der Vortrag durch Fotos von echtem Schwarzwasser vom Rio Negro (auch Unterwasser-Aufnahmen mit Salmlern), die bei Marios Brasilienreise aufgenommen wurden.

Pflanzenlotto

Bei der anschließenden Tombola fanden ca. 40 Tüten mit Wasserpflanzen sowie diverses aquaristisches Zubehör neue Eigentümer. Hauptpreis war ein nagelneuer JBL-Außenfilter.

Text: Hans-Jochen Frank, Bilder: Jörg Corell