Arbeitskreis Wasserpflanzen Region Bayern-Süd






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Januar 2017



Thomas Weiblen: Auf der Suche nach Cryptos und Betta macrostoma

von Stephan Mitschik

Begrüßung und Allgemeines

Zum ersten Treffen des Arbeitskreises Wasserpflanzen (AKW) im Jubiläumsjahr 2017 begrüßte Regionalgruppenleiter Claus-Dieter Junge am 21. Januar die erfreulich zahlreichen Besucher in der Gaststätte „Amperlust“ in Esting.

Er wies sogleich auf das 20-jährige Bestehen des Arbeitskreises dieses Jahr hin. Da die Ausrichtung des diesjährigen VDA- Bundeskongresses an die Aquarienfreunde Dachau/Karlsfeld (AFDK) vergeben wurde, und dieser vom 21.-23. April im Ludwig-Thoma-Haus in Dachau stattfindet, wird parallel dazu auf das 20 -jährige Bestehen der Regionalgruppe Bayern-Süd des AKW hingewiesen. Eine Ausstellung von acht Aquarien der Wasserpflanzenfreunde, sowie ein Vortrag von Jens Helemann zum Thema „Echinodorus-Sorten und andere Aquarienpflanzen als exklusiver solitärer Blickfang im Garten“ im Rahmen des Kongresses lassen auf vermehrte Aufmerksamkeit des internationalen Publikums hoffen. Dazu rief Junge die Anwesenden auf, sich während des Treffens bei Interesse zur Einrichtung der zwei letzten verbliebenen Becken zu melden. Die Rechnung ging auf: am Ende des vierstündigen Treffens waren die Becken vergeben. Viel Glück an alle Einrichter, dass schöne, eingefahrene Becken für den Kongress zustande kommen!

Desweiteren ließ Claus-Dieter Junge eine Bombe platzen: er wird zum Treffen im Juli sein Amt als Regionalgruppenleiter zur Verfügung stellen! Interessenten an diesem Amt, und an dem des Kassiers, das auch vakant wird, bat er, sich bis zum 01. Juli zu melden. Bei dem Treffen im Juli wird es dann eine Kassenprüfung und, sofern sich mehr als ein Kandidat findet, die Wahl des neuen Vorsitzenden geben. Alle anderen Posten wie die Pflege der Homepage und der Schriftführer bleiben unverändert.

Vortrag von Thomas Weiblen aus Stuttgart

Nach diesen allgemeinen Punkten kam der Referent des Treffens, Thomas Weiblen, zu Wort. Er ging 2015 sich zusammen mit einem Freund auf eine fast dreiwöchige Reise auf den malaysischen Teil der Insel Borneo. Ziel der Reise war die Erkundung von Biotopen in den dortigen Nationalparks, um die Flora und Fauna zu untersuchen. Die entsprechende Wunschliste wurde bereits in Deutschland geschrieben und war entsprechend lang. 25 Cryptocorynen-Fundorte und drei Bucephalandra-Fundorte konnten die verrückten Pflanzenfreunde ausfindig machen. Dazu kamen noch zahlreiche Lebensräume für Halbschnäbler, Süßwassernadeln oder Barben. Diese waren in dieser Zeit des Jahres allerdings nicht so einfach oder  nur mit ausgeklügelten Tricks des Führers ausfindig zu machen, denn es war Trockenzeit, und die sonst gut gefüllten Bäche und Flüsse nur Rinnsale. So mussten für den Fang mancher Fische spezielle Angeln gebastelt oder tiefe Löcher in den Waldboden gegraben werden, um an die in den Wasserlöchern unterhalb lebenden Fische herankommen zu können. Barben und Halbschnäbler waren dort am häufigsten anzutreffen.

Doch es gab nicht nur positive Erlebnisse. Auf der zweiwöchigen Rundreise kam Weibling auch an Orten vorbei, die er bereits im Jahr 2013 besucht hatte, und wurde des Öfteren enttäuscht: wo damals noch Wald mit üppiger Vegetation und reicher Fauna war, wurden jetzt Palmen zur Gewinnung von Palmöl angebaut oder es wurden große Siedlungen errichtet, die allerdings Geisterstädten gleichen. Auch der extensive Anbau von Soja und Mais stellen eine große Gefahr für die dortigen Ökosysteme dar. Wurden die Primärwälder Borneos bereits von den Japanern stark dezimiert, geht es jetzt der Sekundärvegetation verstärkt an den Kragen.

Deshalb waren das Auffinden von Orten mit wilder und noch ungestörter Vegetation mit zum Teil zehntausenden Pflanzen Momente des Glücks. Hier konnten sie auch ohne schlechtes Gewissen die eine oder andere Pflanze mitnehmen.

An den letzten drei Tagen kam noch ein weiterer Führer hinzu, Lim, der die Suche nach Betta macrostoma am Ende der Reise noch zu einem Erfolg führen sollte. Und tatsächlich: am vorletzten Tag gelang es der Gruppe, Betta taeniata ausfindig zu machen, und so konnten 20 Exemplare gefangen werden, die auch erfolgreich nach Deutschland überführt werden konnten!

Diese Reise war eine sehr erfolgreiche Expedition in das Reich der Cryptocorynen!

Versteigerung und Pflanzenlotto

Nach diesem sehr interessanten und informativen Vortrag und einer kurzen Verschnaufpause ging es noch traditionell weiter mit dem Pflanzenlotto. Zuvor gab es jedoch noch eine Versteigerung einer Echinodorus horemanii schwarz. Bei einem Anfangsgebot von einem Euro schafften es zwei besonders Interessierte, den Preis bis auf 25 € hinaufzutreiben. Dann hieß es nur noch: Herzlichen Glückwunsch dem Gewinner! Das folgende Pflanzenlotto war wieder sehr unterhaltsam und vor allem durch eine Vielzahl an Pflanzenspenden sehr attraktiv. Vielen Dank dafür!