Arbeitskreis Wasserpflanzen Region Bayern-Süd






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Aqua Planta 02/2015



Inhalt

Alexander Grigorov Island, das raue Paradies
Barbara Pachner Lebenslänglich: Cryptocoryne affinis
Christel Kasselmann Aquascaping 2015 in Hannover
Günter Oberjatzas & Sven Ploeger Literaturbesprechungen
Kontakte
Reinhard Boeck Termine der Regionalgruppen
Jahrestreffen 2015 des VDA Arbeitskreises Wasserpflanzen

 



25. April 2015



Karl Rössle: Gartenteich aus meiner Sicht

von Stephan Mitschik

Zum zweiten Mal im Jahr 2015 versammelten sich am 25. April Freunde und Interessierte an Themen rund um Wasserpflanzen im Vereinslokal „Amperlust“ in Esting, um den Vortrag von Karl Rössle aus Olching. Claus-Dieter Junge begrüßt in seiner Funktion als Vorsitzender des Arbeitskreises Wasserpflanzen Bayern-Süd alle Anwesenden, sowie den Referenten des Tages, Karl Rössle, zum April-Treffen. Im Rückblick auf das letzte Treffen im Januar ging Junge nochmals auf das Thema „Wabi-Kusa“ ein. Dazu hatte er sein eingerichtetes Wabi-Kusa mitgebracht, das sich sehr schön eingewachsen präsentierte. Desweiteren ging der Arbeitskreis-Vorsitzende auf die bevorstehenden Veranstaltungen des VDA und des Arbeitskreises Wasserpflanzen ein. Das Jahrestreffen des Arbeitskreises findet diesmal vom 2. bis 4. Oktober im Kornhaus Dessau statt. Das Programm wird in der neuen Aqua Planta erscheinen. Stolz konnte Claus-Dieter Junge den Beitritt des neuen Mitglieds Walter Pakulat verkünden. Zum Abschluss der einleitenden Worte las Junge noch die letzte Aufforderung zur Teilnahme am VDA-Bundeskongress vom 15. bis 17. Mai in Braunschweig vor.

Der Vortrag

Noch während des Pflanzenlottos lange nach dem Vortrag sind hier und da angeregte Diskussionen über das eben Gesehene zu hören.

Was war passiert?

Schon bald nach Beginn des Vortrags wird allen Anwesenden klar: hier handelt es sich weniger um einen normalen Gartenteich, als eher um einen Hochgebirgsteich im Garten. Und nicht nur einen. Wie sich während des Berichts über die letzten fast vierzig Jahre herausstellt, hat Karl Rössle den Garten der Gemeinschaftwohnanlage auf einer Fläche von rund 250 m2 in eine vielfältige Moor-, Sumpf- und Steingartenanlage verwandelt, in deren Zentrum zwei Teiche stehen.

Der erste Teich stellt eine Besonderheit dar. Er ist, nicht besonders tief, sodass während des Sommers der Wasserspielgel auf bis zu 10 cm abnimmt. Das hat zur Folge, dass Sumpfpflanzen und Steingartenpflanzen wachsen. Am Ende der Saison wird der Teich wieder aufgefüllt. An seinen Ufern wachsen keine einheimischen Pflanzen, sondern zum Teil Raritäten aus aller Welt. Dennoch sind hier auch Mehlprimeln, Knabenkraut, Glockenblume, Frauenschuh, Iris, Fettkraut und Sumpfherzblatt anzutreffen.

Über 30 Jahre hat Karl Rössle seit 1976 den Garten umgebaut und weiter verfeinert. Mithilfe von Steinen, die er selbst in den Bergen gesammelt hat, und gekauften Exemplaren, die bis zu drei Tonnen schwer sind, sowie vielen Wurzeln, die bis zu 3 Metern lang sind, baute und verschönerte er „seinen“ Garten. Sogar ein Findling ist in seinem Garten anzutreffen.

Schon bald folgte auf den ersten Teich ein zweiter zehn Meter lang und eineinhalb Meter tief. Aufgrund der besonderen Anordnung von 16 Steinen, bietet sich die Anlage eines Wasserlaufs über 5 Meter Höhendifferenz an. Dazu legt Rössle zunächst eine Verschalung an, schließlich mit Beton ausgeformt wird. Über einen umgestülpten Eimer entsteht in diesem Teich eine Insel, die zusätzlich ein Highlight darstellt. Hier wachsen Asplenium trichomanes, Simsenlilie, einzelne Gumpen mit Schaumkraut sind zu sehen. Auf der Insel wächst Dactylorhiza purpurea.

Gefühlt unendlich reihen sich Fotos von kanadischem Blutwurz, nordamerikanischer Waldlilie, schöpfiger Teufelskralle, Zwergollgras, Wasseraloe, Steinen mit Flechten. Neben Zwerritterspornen wachsen hier auch Glockenblumen mit 4-5 cm großen Blüten, kleine Gehölze, und einheimischer Seidelbast. Ein Hobby von Rössle ist der Frauenschuh. Entsprechend groß ist hier auch die Vielfalt der Blüten an Farben und Formen.

Natürlich ist es nicht nur die perfekte Anlage, die die Zuschauer begeistert. Gefahr droht durch Amseln, die aus dem Moor Material zum Nestbau sammeln, aber auch das herunterfallende Laub, und Nadeln von den Bäumen muss regelmäßig entfernt werden. Dazu kommen die unterschiedlichen Substrate für die vielen verschiedenen Pflanzen, die angesetzt, die Dünger, die speziell gemischt werden müssen.

RESPEKT FÜR DIESE LEISTUNG!!!

Traditionell findet nach dem Vortrag das Pflanzenlotto statt, bei dem wieder zahlreiche Wasserpflanzen und Pflegezubehör zur Verlosung bereitstehen. Zweimal wird das Lotto durch eine Versteigerung von Cryptocoryne blasii unterbrochen. Die erste Pflanze geht nach dem Anfangsgebot von 0,10 € für schließlich 9,50 € an unser Neumitglied, bei der zweiten Versteigerung erreichen wir nach anfänglich 0,20 € für den glücklichen Gewinner 7,00 €.

Zum Abschluss der Veranstaltung in Esting macht Claus-Dieter Junge alle Anwesenden auf den neuen Mitgliedsantrag aufmerksam mit der Message: neue Mitglieder gesucht!